Nun bin ich zurück, und ich will es kurz machen.
Für dieses Beispiel wähle ich eine 1045, weil sie relativ wenig Fahrstufen hat.
Die Lok hatte 1140kW Stundenleistung bei 40km/h. Ich bin von ca. 85% der Stundenleistung bei v-max von 60 km/h ausgegangen, das ergibt knapp 60kN.
Nach meiner Berechnung trage ich 790kW in der Eng ein.
Die Motoren müssten laut meinen Unterlagen etwa 44% der Nennspannung bei Stillstand vertragen.
Bei max 15 Fahrstufen ergibt die Rechnung: 15*0,44= 6.6 - entspricht Stufe 7 (immer aufrunden). D. h. bei dieser Stufe sollte die maximale Zugkraft möglich sein.
Die Lok brachte eine max. Zugkraft von 153kN auf die Schienen. Diese Zugkraft (Fm) sollte sie bei Stufe 7 erreichen können.
Mit dieser Rechnung wird dann der Zugkraftwert ermittelt, der in der Eng-Datei eingetragen werden soll.
Feng= Fm*max Stufenzahl/höchste Anfahrstufe= 153*15/7= 328kN
Mit diesen neuen Wert kann ich jetzt den Parameter "DieselEngineSpeedOfMaxTractiveEffort" bestimmen: (6,4)
Wie das Ganze nun grafisch aussieht, sieht man hier.

Als ich die Werte für das Diagramm eingab, hatte ich darauf vergessen, die MaxForce auf die Fahrstufen anzupassen.
Hier würde die Zugkraft in Stufe 7 ca. um 10kN zu viel betragen, weil ich mit einer MaxForce von 350kN gerechnet hatte.
Bei verwenden von knapp 330kN sollte es sich allerdings ausgehen, wenn die Stufe 7 im Controllerblock auf 0,46 eingestellt wurde.
Wie man sofort sehen kann, nimmt die Zugkraft in jeder Fahrstufe die ersten 20km/h nicht ab. Das ist der einzige Kritikpunkt, den man hier anbringen kann.
Das ist ein Grundübel, mit dem man im MSTS leben muss. Würde ich diesen Bereich verkürzen, wäre dann der Zugkraftverlauf im oberen Bereich nicht mehr korrekt.
Die rote Linie stellt die Strombegrenzung dar. Würde man keine Strombegrenzung einbauen, könnte man möglicherweise die vollen 330kN abrufen, wenn es die Adhäsion zulassen würde.
Da jede reale Elektrolok ebenfalls eine Strombegrenzungs-Schaltung hat, ist es wieder ein Schritt in Richtung Realismus, wenn man so etwas einbauen kann.
Es gibt eine Möglichkeit, dies zu bewerkstellen, und zwar mit dem Eintrag "MonitoringDeviceTriggerOnHighCurrent( xxxx )" im Overspeed-Monitor!
Wenn man zufällig Daten über die realen maximalen Ströme der entsprechenden Lok hat, dann kann man die hier eintragen. Ich nehme für diese Lok Imax = 1600A, oder knapp darüber (1610).
Um diesen Überstromschutz auch auslösen zu lassen, muss man dafür sorgen, dass der maximale Strom auch bei der maximalen Zugkraft von 153kN ansteht.
Daher rechnet man Feng/Fm*Imax = 330/153*1600=3450A
Der gesamte Leistungsblock sollte nun folgendermaßen aussehen:
MaxPower (790kW)
MaxForce (330kN)
MaxContinuousForce (330kN)
DieselEngineSpeedOfMaxTractiveEffort (6.4)
MaxVelocity ( 37.5mph )
MaxCurrent (3450A)
Den Rest des Leistungsblockes sollte man aus der originalen Eng-Datei übernehmen.
Nicht vergessen sollte man den Eintrag im Overspeed-Monitor.
Falls der Overspeed-Monitor nicht existiert, kann man diesen hier einfügen:
OverspeedMonitor(
MonitoringDeviceMonitorTimeLimit( 0 )
MonitoringDeviceAlarmTimeLimit( 5 )
MonitoringDevicePenaltyTimeLimit( 0 )
MonitoringDeviceCriticalLevel( 44 )
MonitoringDeviceTriggerOnHighCurrent( 1610 )
MonitoringDeviceResetLevel( 0 )
MonitoringDeviceAppliesFullBrake( 1 )
MonitoringDeviceAppliesEmergencyBrake( 0 )
MonitoringDeviceAppliesCutsPower( 1 )
MonitoringDeviceAppliesShutsDownEngine( 1 )
MonitoringDeviceTriggerOnTrackOverspeed( 1 )
MonitoringDeviceTriggerOnTrackOverspeedMargin( 4 )
MonitoringDeviceResetOnZeroSpeed( 1 )
MonitoringDeviceResetOnResetButton( 1 )
)
Beim Controller-Block sollte man noch berücksichtien, dass die 15 Fahrstufen korrekt eingetragen sind.
Wenn die Abstufung gleichmäßig gewählt wurde, sollte der Throttle-Eintrag so ähnlich aussehen:
Throttle ( 0 1 0.001 0
NumNotches ( 16
Notch ( 0.000 0 Dummy )
Notch ( 0.066 0 Dummy )
Notch ( 0.133 0 Dummy )
Notch ( 0.200 0 Dummy )
Notch ( 0.266 0 Dummy )
Notch ( 0.333 0 Dummy )
Notch ( 0.400 0 Dummy )
Notch ( 0.466 0 Dummy )
Notch ( 0.533 0 Dummy )
Notch ( 0.600 0 Dummy )
Notch ( 0.666 0 Dummy )
Notch ( 0.733 0 Dummy )
Notch ( 0.800 0 Dummy )
Notch ( 0.866 0 Dummy )
Notch ( 0.933 0 Dummy )
Notch ( 1.000 0 Dummy )
)
)
Mit diesen Einstellungen wird das Fahren im MSTS wesentlich vorbildgerechter. Wenn man die Lok alleine fährt, macht sich allerdings schon in der 1.Fahrstufe ein unheimliches Temperament bemerkbar.
Dies liegt zum einen an dem schon oben angemerkten Umstand, dass die Zugkraft bis etwa 20km/h unverändert bleibt, bis sie abfällt, und durch die relativ grobstufige Abstufung, zum anderen an den völlig falschen Friction-Werten, die standardmäßig eingetragen sind. Die sind nämlich im unteren Geschwindigkeitsbereich viel zu niedrig, und im höheren Geschwindigkeitsbereich zu hoch.
Aber das ist eine andere Geschichte.