Autor Thema: The Great Britain II - 3: Shrewsbury - Llangollen - Manchester (50 B.)  (Gelesen 2558 mal)

Roni

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Hallo!



Unser Reiseplan für diesen Teil:
TP = First TransPennine

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8. 4.


Shrewsbury ab 8:24 Arriva Wales 158 -> Holyhead

Ruabon an 8:55
Ruabon ab ~9:18 Bus 5 -> Llangollen

Llangollen an ~9:33


Llangollen ab ~10:19 Bus 5 -> Corwen

Glyndyfrdwy an ~10:30


Glyndyfrdwy ab ~12:20 Bus 5 -> Wrexham

Llangollen an ~12:30


Llangollen ab ~13:15 Bus 5 -> Wrexham

Ruabon an ~13:30
Ruabon ab 13:55 Arriva Wales 175 -> Holyhead

Chester an 14:20
Chester ab 14:35 Virgin 221 -> London Euston

Crewe an 14:54
Crewe ab 15:26 Arriva Wales 153 -> Shrewsbury

Wrenbury an 15:41


Wrenbury ab 17:00 Arriva Wales 153 -> Crewe

Crewe an 17:17
Crewe ab 17:29 Arriva Wales 175 -> Manchester

Manchester Piccadilly an 18:15
Manchester Piccadilly ab 18:25 TP 185 -> York

York an 19:55

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Die Videos zu dem Teil:
http://www.youtube.com/watch?v=vksMSt6y6vo&fmt=18

http://www.youtube.com/watch?v=rRTD0wKnTkM&fmt=18



Nach einer ausreichend langen Nacht voll erfrischenden Schlafes begaben wir uns um 7:30 an einem wunderschönen Morgen Richtung Bahnhof durch die liebe Innenstadt von Shrewsbury. Unter anderem kamen wir nahe unseres Hotels an einem Tudor-Haus vorbei, in dem König Henry VII auf einer Reise im Jahr 1485 übernachtete. Na, wenn die Gegend für den König gut genug ist, kann sie auch nicht zu schäbig für uns sein...
Kaum ist man an der Burg vorbei, erreicht man schon den Bahnhof


Eintritt durch die Bahnsteigssperren, die in England nicht so ein Problem für Leute mit Rundfahrtpässen wie z.B. in Spanien sind, da immer jemand an einer Sperre steht, um einen rein- oder rauszulassen. Gleich hatten wir als erste eines Diesellokreigens innerhalb von ein paar Minuten die geparkte 97301, eine zur Hilfslok degradierte 37er. Doch der Standpunkt an diesem Bahnsteig gefiel uns nicht so, daher wechselten wir auf Bahnsteig 3, von wo ohnehin unser Zug abfahren sollte. Seltsamerweise lag dieser Bahnsteig außerhalb der Sperren. Doch der Typ an der Schranke kannte das wohl schon und fragt uns augenzwinkernd: "Platform 3?"


Die erste Bahnattraktion von Shrewsbury: Formsignale, so weit das Auge reicht. Offensichtlich wurde nur wo absolut nötig durch Lichtsignale ersetzt. Der gerade ankommende 158er sollte sich aber noch als eher ungünstig für uns erweisen


Die zweite Bahnattraktion von Shrewsbury: wie wahrscheinlich ist es in einem Land, in dem gerade noch eine Handvoll lokbespannte Personenzüge verkehren, dass sich zwei von verschiedenen Strecken und Gesellschaften an einem Ort fast treffen? Nun, hier ist es seit Fahrplanwechsel der Fall: 8:06 - 8:07 Wrexham - London Marylebone Wrexham&Shropshire mit Class 67 + Steuerwagen und 8:08 - 8:10 Holyhead - Cardiff Arriva Trains Wales mit Class 57.
Die Class 67 aus Wrexham kam 5 Minuten zu früh auf der Strecke nach Chester daher, Satellitenschüssel am Backstein-Rauchfang und eines der leider vielen Elektronik-Kastln entfernt





Insgesamt sieht man hier drei Formsignale hintereinander, nur für diesen Zug!


Nun kam jedoch der bereits erwähnte 158er ins Spiel. Statt den Bahnsteig für den Arriva Wales "Premier Service" Holyhead - Cardiff zu räumen, wurde irgendetwas an ihm herumgewerkelt.
So fuhr die aus Richtung Crewe kommende Class 57, statt in schön großem Bogen, auf dem selben Gleis wie vorher der Wrexham&Shropshire Zug ein, obwohl sie anders angeschrieben war


So geht's ja auch, über die Anzahl an Formsignalen kann man sich nicht beschweren, aber weiter links wär's schöner, wieder ein sperriges Kastl entfernt


Unser Lieblings-158er mit dem schönen Bahnhofsgebäude


Es blieb kaum Wartezeit


Denn schon kam unser Zug Richtung Holyhead, der uns nach Ruabon bringen sollte, vor dem schönen, großen Stellwerk an der Südeinfahrt von Shrewsbury


Nur 9 Minuten nach der Ankunft der Class 57 stiegen wir zur Weiterfahrt ein, wieder einmal ein paar Minuten effektiv ausgenützt!  :)


Kurz vor Ruabon überquerten wir das große Cefn-Viadukt, das eigentlich als Fotostelle für den Great Britain II heute angedacht war. Doch leider wurde in letzter Minute die Route über Chester auf Crewe umgeleitet, deswegen mussten wir uns für den Sonderzug etwas anderes suchen. Ein Foto durch das Zugfenster musste schon sein, sieht man doch auch eine weitere Sehenswürdigkeit: das Pontcysyllte-Aquädukt, das längste und höchste Aquädukt Großbritanniens aus dem Jahr 1805. Es dient nicht einer Wasserleitung, sondern dem schiffbaren und heutzutage wieder sehr beliebten Llangollen-Kanal, bei dessen Bau sich die Ingenieure gegen ein Schleusensystem entschieden hatten und daher eben das Aquädukt errichteten. So kann man per Boot in fast 40 Meter Höhe das Tal des Flusses Dee überqueren.


Von Ruabon mussten wir mit einem Bus der Linie 5 nach Llangollen (sprich: http://www.raildata.info/zeug/Llangollen.mp3 ) in das Dee Tal hinein, Bahnstrecke gibt es hier leider nicht mehr. Von der Stadtbrücke aus dem 14. Jhdt hat man schöne Blicke auf das alte Städtchen, den recht wilden Fluss ...


... und den Bahnhof der Llangollen Museumsbahn Llangollen - Carrog, wo bereits die Garnitur für den Tag wartete.

http://www.llangollen-railway.co.uk



Unter Aufwendung aller meiner Kombinationskünste im Online-Translator, der die einzelnen Wörter natürlich nicht herauserkennt, ergab sich ungefähr: "Der lizensierte Postkarten-Shop an der Brücke über den Fluss Dee (walisisch: "Afon Dyfrdwy") in Llangollen"


OK, er hat mich überzeugt!  ;)


Tztztztz - Parkverbot!


Auf "alt" getrimmte Plakate am Museumsbahnhof, wobei die Bahnstrecke links wohl eher nicht in Großbritannien liegt...


Aber die Landschaft ist auch so sehr reizend. Ein weiterer Bus Nummer 5, der stündlich auch tiefer als Llangollen ins Tal hinein fährt, hatte uns nach Glyndyfrdwy gebracht, was soviel wie "Glen" oder "Tal" des Dee bedeutet. Dass Dyfrdwy die Dee (ja!  ;D) ist, haben wir ja schon gelernt. Walisisch schaut übrigens auch aufgrund der Schreibweise so seltsam aus, aber wenn man weiß, dass y = i und w = u, ist alles schon viel freundlicher.
Der Blick ins Tal war hier sehr schön, und es gab auch einen jener öffentlichen britischen Fusspfade, der aus einem auf eine Wiese zeigenden Pfeil besteht. Um den restlichen Verlauf des Weges zu finden, muss man dann schon ein Fährtenleser sein, besonders wenn man nicht weiß, in welche Richtung der Pfad eigentlich führen soll. Trotzdem schwangen wir uns einmal frohen Mutes mit voll bepacktem Rucksack über den Zaun. Als erstes kamen wir am nicht so schönen Anblick eines wohl letzte Nacht frisch gerissenen Lämmchens vorbei. Allerdings scheinen sich die Schafe um die Jahreszeit zu vermehren wie die Karnickel, nicht umsonst gab es überall frisches Lamm auf der Speisekarte, und das Osterlamm entstammt wohl nicht nur der christlichen Symbolik.
Also suchten wir uns halt auf der Wiese ein Platzerl, bis nach einiger Zeit ein Bauernjunge vorbei kam, der stilvoll mit Quad und Hirtenhund die Schafe versorgte, und meinte wir sollten da nicht stehen, da wir hier die Schafe vom Essen abschrecken würden. Der Pfad sollte angeblich weiter oben verlaufen, und er zeigte mit dem Finger den Hang hinauf, genau dorthin, wo die Schafe standen. Also zogen wir weiter zur die nächsten Wiese - als wir auf die friedlich grasende Herde zusteuerten, stob diese natürlich wild blökend in Angst und Schrecken auseinander. Und tatsächlich, hier in der Ecke war wieder ein Wegübergang über den Zaun, und ab da konnte man sogar so etwas wie einen Trampelpfad erkennen. Zumindest erwies sich das Plätzchen hier auch als noch schöner als das weiter unten, allerdings haben wir dort im Laufe der weiteren Wartezeit gerade einmal ein Schaf vorbeilaufen gesehen.


Nach einer halben Stunde rollte das Arbeitspferd 6430 - GWR Class 6400 0-6-0PT (Swindon, gebaut 1937) mit dem 11:00 ab Llangollen Richtung Carrog vorbei


Zunächst gab es noch einen Halt im durch Formsignale gesicherten Bahnhof Glyndyfrdwy


Ich erkundete nach dem Zug kurz den Pfad weiter, und entdeckte, dass man nach ein paar Metern gleich auf eine Strasse kommt, die ganze Wiesenmarschiererei hätten wir uns also ersparen können. Nur führt die Strasse weg vom Bahnhof, man würde sie daher von oben kommend nicht intuitiv nehmen.
Die im Winde quietschende, "etwas" defekte Schaukel sorgte für ein nettes Horrorfilm-Szenario


Der Wind war sehr stark, fast so stürmisch wie am Tag davor auf der Brücke von Saltash, deswegen war auch für sich stetig ändernde Wolkenformationen gesorgt. Hier ein Spotlight-Szenario mit dem zurückkehrenden 11:50 ab Carrog


Die 6430 musste in die Richtung ordentlich antauchen. Ein Schaf hatte sich auch auf diese Wiese verirrt


Nach der pünktlichen Vorbeifahrt des Zuges erreichten wir auf ein paar Minuten genau den Bus Richtung Llangollen.
Gut, dass sich wieder ein paar periodennahe Charaktere als Fotomotive finden liessen...  ;)


Mittagspause für den Lokführer am Bankerl


20 Minuten vor Abfahrt rangierte die Lok um den Zug herum





Nach dem Wasserhalt


ging es wieder vor den Zug


Und eine Minute zu früh, um 12:59, hiess es: Abfahrt!








Auf Wiedersehen Llangollen-Bahn, bei einer Gala (oder auch so) kommen wir gerne wieder!


Zurück an der (heutzutage) Haltestelle Ruabon mit nettem Ex-Bahnhofsgebäude, ein südfahrender Arriva 158er kommt gerade an


Da auf der Strecke Shrewsbury - Crewe, wo wir den Great Britain II fotografieren wollten, nur Regionalverkehr im 2-Stunden-Takt herrschte, mussten wir eine kleine Runde drehen, um den passenden Zug zu erwischen. Zunächst ging es per Arriva Wales 175er nach Chester





Von dort nahmen wir einen Virgin Voyager, welcher uns nach ein paar Minuten Fahrt in Crewe absetzte. Unterwegs sahen wir auch immer wieder die hier sehr populären Hausbootkanäle. Was ich aber bis jetzt noch nicht gesehen hatte, waren riesige Baggerteiche als Häfen für die Hausboote, einer noch im Bau, ein anderer schon in Betrieb.
In Crewe wartete schon der einteilige 153323 als Regionalzug Richtung Shrewsbury auf uns. Im Inneren hatten sich die Alkoholfahnen mancher Fahrgäste schon schwer in die Sitzbezüge und/oder das Heizungssystem gefressen


Als Fotopunkt hatte ich Wrenbury ausgesucht, eine Blockstelle mit Bahnübergang, Stellwerk und Formsignalen. Als Zeitfenster hatten wir 1:20 h zur Verfügung, aber wie schon versprochen, Verspätungen gibt es ab jetzt keine mehr. Dafür allerdings wieder eine Überaschung, was kam: wer errät es?























Wieder einmal 34067 "Tangmere", diesmal statt der schönen 6201 "Princess Elizabeth" und mit guten 100 Sachen unterwegs. Ich darf aber wieder etwas versprechen: die letzte Lok-Änderung!


Fotowolke oder nicht? Bei einem durchdüsenden Express nach Südwales





Bald kam auch wieder unser 153er zurück


In der Virgin-Station Crewe


Einer der schon bekannten Arriva Wales 175er brachte uns nach Manchester Piccadilly. Unterwegs stiegen bei praktisch jeder Station ähnlich leicht bekleidete Mädels ein, was uns zu folgenden Theorien brachte: a) es gibt in Großbritannien ein im restlichen Europa unbekanntes Kostümfest zu Ostern, oder b) um in Großbritannien ausgehen zu dürfen, muss Frau nuttig gekleidet sein, denn ein paar Abende später in Glasgow und Edinburgh war wieder das selbe zu sehen...


Die wunderschöne Hallenkonstruktion von Manchester Piccadilly


Virgin Pendolino, Arriva Wales 175 und CrossCountry Voyager nebeneinander


Ein 142er und unser First TransPennine 185er nach York


Auftritt des Armleuchters der Reise, ein Northern Fahrkartenkontrolleur. Der meinte, sie hätten es nicht so gerne, wenn wir ihre Züge fotografieren würden (war hier ein Northern-Zug zu sehen?  ;)), denn schliesslich könnten wir ja als Touristen posieren und dadurch in unseren Rucksäcken Bomben in den Zug schmuggeln. Deswegen sollten wir aufhören zu fotografieren. Für die Rucksäcke oder das Gepäck, das so ziemlich jeder andere Fahrgast dabei hatte, interessierte er sich natürlich nicht (was vielleicht auch gut war, hatte ich doch das aktuelle GEO mit dem Leitartikel "Mohammed" drin  ;D). Wieder einmal unsere Theorien: a) er wollte den unangenehmen Fragen der restlichen Passagiere entgehen, denn selbst fünf Minuten vor Abfahrt hatten sie es noch nicht geschafft, den Triebwagen aufzusperren (bei mir war er allerdings auf den Falschen gestossen und musste, nachdem er einen nicht geraden tollen Eindruck bei den umherstehenden Fahrgästen hinterliess, unverrichteter Dinge abziehen), oder b) er war als alter Mann in einem unterbezahlten Job einfach frustriert. Wobei es auffallend war, ohne jemanden beleidigen zu wollen, dass besonders Northern eher sozial benachteiligte Menschen anstellt, um es freundlich auszudrücken. Was ja zu begrüssen ist, nur sollte man ihnen dann auch einen Job geben, den sie ausführen können. Andere, die wir getroffen haben, waren wenigstens nicht unsympathisch, einfach etwas langsam von Begriff.
Zwei Minuten vor Abfahrt wurde der Triebwagen endlich aufgesperrt, und wir konnten es uns drinnen gemütlich machen, Steckdosen gibt es im 185er auch


Als wir im schönen Bahnhof von York angekommen waren, dem wir uns aber erst in einem späteren Teil widmen werden, hatten wir nur noch einen kurzen Fussweg zum "York Alternative Bed&Breakfast". Wir wurden gleich herzlich willkommen geheissen und waren für die Nacht die einzigen Gäste des Hauses, hatten also auch das grosse Bad für uns allein. Nachdem wir uns ausgesucht hatten, was morgen als Frühstück für uns gekocht werden sollte, gönnten wir uns als Gute-Nacht-Trunk je eine Tasse Heisse Schokolade aus organischem Anbau.
lg,
Roni

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Silvio-Christian M.

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Wie schon erwähnt nette Bilder und eins muß ich auch noch sagen bis auf das mir die Tfz nicht gefallen, gefällt mir die Landschaft und das wichtigste das nicht so viele Schnürln umadum hängen.


Lg Schnellbahner


Das Österreich von Heute ist ein Land geworden, für das es sich lohnt zu Leben und, wenn es sein muss, auch zu sterben;
Es ist ein Land geworden, dessen Volk an den Staat und seine Zukunft glaubt
Dr. Adlof Schärf