Autor Thema: The Great Britain II - 7: Firth of Forth / Tay - Montrose (50 B.)  (Gelesen 3381 mal)

Roni

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Hallo!



Unser Reiseplan für diesen Teil:
NXEC = National Express East Coast
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So, 12. 4. 2009


Edinburgh ab ~2:11 Bus N22 -> Edinburgh Airport

Edinburgh Airport an ~2:50
Edinburgh Airport ab ~5:45 Bus 747 -> Inverkeithing

North Queensferry an ~6:00


North Queensferry ab 9:34 First ScotRail 170 -> Dundee

Dundee an 10:49

Dundee ab ~11:11 Stagecoach Strathtay Bus 77 -> Gauldry

Wormit an ~11:26


Wormit ab ~13:50 Stagecoach Strathtay Bus 77 -> Ethiebeaton Park

Dundee an ~14:06

Dundee ab 15:11 First ScotRail 170 (+ 158) -> Aberdeen

Montrose an 15:41


Montrose ab 17:48 First ScotRail 170 -> Edinburgh

Edinburgh an 19:35
Edinburgh ab 20:00 NXEC 91 -> York

Berwick an 20:43

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Das Video zu dem Teil:
http://www.youtube.com/watch?v=FINCIWMyXLA&fmt=18



In Edinburgh angekommen, begaben wir uns zur Wartehalle und besorgten uns zunächst etwas Stärkung für die zu erwartende kurze Nacht. Kaum wollten wir es uns kurz vor Mitternacht etwas gemütlicher machen, kam schon jemand und teilte uns mit, dass die Halle und bald darauf die ganze Station bis zur Früh geschlossen wird. Anders als am National Rail Website verlautet, nach diesem sollte 24h lang alles offen haben. Tja, was tun? Es sind nur ein paar Stunden, am Osterwochenende Samstag Nacht bekommt man sicher kein Quartier, das nicht in etwa so viel kostet wie alle Quartiere der Reise zusammen. Zug fuhr vor 8 Uhr kein einziger, Nachtzug von Samstag auf Sonntag auch nicht. Lokale schliessen in Großbritannien extrem früh, auch am Samstag. Und draussen ist es zu kühl, um ein paar Stunden zu sitzen. Wir schauten zwar noch kurz herum, fanden Dank eines netten Polizisten zwar eine Jugendherberge, aber das war natürlich aussichtslos, zudem waren wir ohnehin vom Tag geschlaucht und wollten nicht länger gehen. Eine Möglichkeit wäre, die ganze Nacht mit dem Bus zu fahren, und da kam uns auch schon die zündende Idee: was hat bei einer Großstadt immer offen? Der Flughafen! Und tatsächlich, kaum kamen wir mit dem Bus an (der zufälligerweise genau jener war, der uns auch zu einer bekannten Fotostelle gebracht hätte - wenn nur früher Züge führen!), sahen wir auch schon bequeme Langbänke, von denen einige noch nicht von schlafenden Passagieren besetzt waren.

In der Wartehalle von Edinburgh Waverley - Quiz: Wo stellen wir die Reklametafel davor?  ;D
a) Die 1897 gebaute Wartehalle wurde 1970 für die Commonwealth Games renoviert, eröffnet vom ehrenwerten ...
b) Das Reisezentrum wurde 1999 vom ehrenwerten ... eröffnet
c) In Erinnerung an das Leben und Werk von Sir Nigel Gresley, 1876 - 1941, Chefingenieur der London & North Eastern Railway 1923 - 1941, geboren in dieser Stadt!
(keine Angst, in den nächsten Teilen werden wir ihm schon ein Denkmal setzen!)


Am Flughafen war gerade Putznacht, als meine Bank kurz verschoben werden musste, schaute ich mich etwas um. Und sah einen Informationscomputer mit den Fahrplänen der Flughafenbusse. Ins Auge stach dabei der Bus #747 (;)) nach Inverkeithing, sollte er doch über den Firth of Forth fahren. Mit der ersten Abfahrt um 5:45 noch dazu wesentlich früher, als wir geplant hingekommen wären. Seltsamerweise war diese Verbindung auf Traveline nicht zu finden, nach einem früheren Bus gesucht hatte ich ja. Also vorgemerkt und zur Abfahrtszeit meinen Begleiter geweckt. Wieder einmal hatten wir ein großes Privattaxi, der Fahrer setzte uns nach einer schönen ersten Fahrt über die Autobrücke gleich dahinter ab.
Die Stimmung war absolut spitzenmäßig, den ganzen Tag gab es zudem wie wohl selten hier kaum Wind, also spiegelte sich alles einigermaßen gut. Ein Manko gab es allerdings: ich weiß nicht, ob es mit der Gewerkschaft zusammenhängt, oder anderem, aber die Züge fangen am Sonntag ab Edinburgh erst genau nach Punkt 8 zu fahren an. Busse gibt es hingegen die ganze Nacht. Zwar braucht man für die grandiose Brücke nicht wirklich Züge, bzw. sieht man sie nicht wirklich gut im Bauwerk, falls sich trotzdem die eine oder andere kleine Silhouette in die Bilder verirrt haben sollte, bitte ich diese Ausrutscher des Raum-Zeit-Kontinuums zu entschuldigen!  ;) ;D

Ein erster Blick auf North Queensferry, den Ort am nördlichen Ende der Brücke


Bitte schön: Sonnenaufgang am 2,5 km langen, 1890 eröffneten Wunderwerk der Technik








Das Superpanorama mit unserer Strassenbrücke, welche 1958-64 gebaut wurde


Hier das Panorama in höherer Auflösung (bitte Bildlink anklicken):
http://www.raildata.info/1B1T/1B1T090516.jpg


Ein besonders cleveres Tier, immer wenn ich ihm zu nahe kam, um ihn mit der Brücke und dem Sonnenaufgang zu fotografieren, flog er ein paar Meter weiter  ;)





Ach ja, eine Class 66 mit Bauzug kam dann auch noch, allerdings auch erst genau nach Acht!





Nur ein größeres Schiff kam vorbei, die "Costanza Wonsild"





An unserer Brücke wurde gearbeitet, allerdings gab es keine Action bis die "verrückten Dänen" auftauchten. Wagen einer dänischen Baufirma kamen vorbei...


... und schon ging es himmelwärts!


So, der erste "echte" Zug aus Richtung South Queensferry / Dalmeny am südlichen Ende und damit Edinburgh, der 8:04 CrossCountry Super Voyager nach Aberdeen


Wie schon versprochen, ein Bauzug gezogen von DB Schenker Class 66





Und zu guter Letzt ein First ScotRail 170er nach Edinburgh, inzwischen war Ebbe im Becken von North Queensferry eingekehrt


Nun machten wir uns auf den Weg zur Bahnhaltestelle North Queensferry, dank Fussweg waren es gerade einmal 10 Minuten Gehzeit. Während wir dort auf den ersten HST des Tages warteten, kam auch ein örtlicher Polizist vorbei und plauderte nett mit uns, ebenso einige Passanten mit der üblichen Frage: "Kommt etwas besonderes?"
Ein National Express East Coast HST in alten GNER-Farben nach Aberdeen mit den beiden Brücken


Der hintere Triebkopf präsentierte sich schon in der aktuellen Farbgebung


Jetzt hieß es auch für uns nordwärts ziehen, mittels First ScotRail Class 170 nach Dundee. Im Zug war am erste Klasse Abteil ein Schild "Out of use"...  ;D
Hier bekamen wir gleich vor unserer Ankunft einen Geschmack der nächsten Riesenbrücke des Tages, wenn auch ein ganz anderes Design, der 3 km langen Brücke über den Firth of Tay. Der Bahnhof von Dundee liegt nahe der Brücke, aber leider unfotogen halb unterirdisch. In der Nähe des Bahnhofs fuhr auch der Stadtbus, der uns zurück auf das südliche Ufer des Firth (eine in den schottischen Lowlands gebräuchliche Bezeichnung für Fjord) bringen sollte. Hier liegt das Rentnerparadies Wormit, was sich auch in Bushaltestellen alle paar Meter äussert. Einmal fuhren wir sogar 50 Meter in eine kleine Nebenstrasse und drehten wieder um. Als uns der Blick gefiel, stiegen wir aus.
Und wie er uns gefiel, durch die Flaute entstand eine surreale Spiegelung


Der Blick mit dem üblichen ScotRail Class 170 + 158 Doppel, aber Moment: Tennisplätze in Schottland? Dürfen die das? Oder haben doch Monty Python's ausserirdische Blancmanges die Schlacht um Wimbledon gewonnen?  ;D


Die Wolken liessen immer genau das Wasser frei


Neben der Brücke finden sich noch immer die Reste der ersten Brücke, welche während eines Sturms im Jahre 1879 mit einem Zug darauf einstürzte, dies wurde auch unter anderem von Theodor Fontane literarisch verwertet. Die zweite Brücke wurde in den Jahren 1883-87 errichtet


Blühender Ginster mit Brücke








Ein einzelner 170er wird bald den Bahnhof von Dundee erreichen


Nun näherte sich der CrossCountry Super Voyager Aberdeen - Plymouth, 12:25 ab Dundee


Im Hintergrund die Industriesiedlungen


Im Vordergrund Miami





Ich wollte auch zu einer Landschaftsstelle weiter oben am Hügel schauen, doch die fand ich zuerst nicht. Man sah zwar eine Brücke über die Bahn, aber keinen Weg dorthin. Auf einem Feldweg kam man zu einer Unterführung, davor drehten wir um. Mein Begleiter hatte keine Lust weiter zu gehen, ich folgte allerdings der Strasse und kam zu einer weiteren Brücke, von der man allerdings die Tay Bridge kaum mehr sah. Dennoch war es ein schöner Landschaftspunkt für den 13:01 HST Aberdeen - London Kings Cross, ganz in NXEC-Farben, unter der ersehnten Brücke durch





Zusätzlich schön durch die Feldfurchen und das Licht


Nachdem nun fast alle Routen zur anderen Brücke ausgeschlossen waren, kam mir die Idee, dass man eventuell durch die Unterführung durch und auf der anderen Seite entlang musste, und tatsächlich, es gab hier einen Wiesenweg!
Ein 170er in netter Lackierung mit 158er hinten dran um 13:39 macht sich hier auch gut


Wieder einmal ging sich alles perfekt aus, kurz darauf saß ich im Bus zurück, mein Begleiter stieg weiter unten dazu. Die Brücke von der Autobrücke aus


In Dundee gingen wir am Ufer entlang zum großen Supermarkt bei der Station, der Eingang ist idealerweise auf der abgekehrten Seite


Kunst fand man hier ebenso wie die Discovery, ein Segelschiff, das Scott auf einer früheren Expedition in die Antarktis brachte (nicht im Bild  ;))


Um den Great Britain II wieder einmal zu erwischen, mussten wir ihm nordwärts entgegenfahren, entlang der schönen Nordseeküste





Angekommen in Montrose, der Gegenzug nach Süden


Die Stadt liegt an einer Binnenbucht und bietet auch einiges an schöner alter Infrastruktur, sogar alte Lampen. Am anderen Ufer der Bucht findet man die Caledonian Railway, eine Museumsbahn mit allerdings für Schottland wenig berauschender Landschaft, darum zahlte es sich nicht wirklich aus hinzuschauen.


Ein Pfiff in der Ferne, und schon raste der Great Britain II pünktlich durch, gezogen von dem uns bekannten Black 5 Doppel, diesmal 45407 "The Lancashire Fusilier" vor 45231 "The Sherwood Forester"


Das Superpanorama mit einigen Oldtimern, die an diesem Tag vorbeikamen. Die vorderen zwei (eine BMW Isetta und ein Volvo) genau dort, der hintere war ein alter Rolls-Royce, den ich in Wormit gesehen hatte


Hier das Panorama in höherer Auflösung (bitte Bildlink anklicken):
http://www.raildata.info/1B1T/1B1T090517.jpg


Schon wieder nahe des Bahnhofs überraschte uns eine Class 47, die dem Zug nachfolgte. Geplant als Zuglok war sie erst auf einem Teilstück des nächsten Tages


Mit einiger Rauchentwicklung beschleunigte sie aus der Station


Ein nordwärts fahrendes 170er-Doppel, mit Stellwerk und der Brücke über den Zufluss in die Binnenbucht


Nun ging es für uns endgültig südwärts, hier der Blick auf die Forth Strassenbrücke. Der Great Britain II fuhr hier leider erst in der Dunkelheit, und wir mussten noch zu unserem Quartier nach Berwick-upon-Tweed


Ein NXEC InterCity 225 brachte uns ab Edinburgh auch rasant dorthin. Die zwei am Bahnsteig meinten noch, dass wir lieber sie fotografieren sollten, da sie schöner seien als der Zug...  ;)
Die Class 91 schob den Zug weiter Richtung Newcastle


Berwick kannte ich schon von meiner vorletzten Englandreise, daher fanden wir uns schnell zurecht und gingen nur kurz und bergab zum interessaten 4****-Backpacker in einem mittelalterlichen Haus. Die Unterkunft ist nett und sehr individuell, natürlich im alten Haus alles verwinkelt. Wir hatten ein privates Zimmer, recht groß. Einzig Handtücher fehlten, und die Eigentümer, die extra auf uns gewartet hatten, waren leider ausgegangen.
Aber sonst verbrachten wir eine gute Nacht, der nächste Morgen sollte wieder spitzenmäßig werden!
lg,
Roni

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Silvio-Christian M.

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  • Franz
Re: The Great Britain II - 7: Firth of Forth / Tay - Montrose (50 B.)
« Antwort #1 am: 20. Mai 2009, 21:35:01 »
Super Bilder wie üblich!

Nette Brücken!


Das Österreich von Heute ist ein Land geworden, für das es sich lohnt zu Leben und, wenn es sein muss, auch zu sterben;
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Speedy

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Re: The Great Britain II - 7: Firth of Forth / Tay - Montrose (50 B.)
« Antwort #2 am: 28. Mai 2009, 17:03:52 »
Immer wieder wahnsinn Deine Bilder zu betrachten.
Man weis immer nicht was man sagen soll, außer PHANTASTISCHE Motive...

Danke dafür
Bei uns läuft alles...

...bald laufen auch Sie ! ! !