Autor Thema: Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)  (Gelesen 2110 mal)

Roni

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Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)
« am: 24. November 2013, 11:18:50 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
Orient-Express 9: Markttag in Esme (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3531.0


Zum Video der Reise:
http://www.youtube.com/watch?v=xFRjlmE2N64&hd=1


Detaillierte Karte des TCDD-Bahnnetzes (Achtung - 12,9 MB):
http://www.tcdd.gov.tr/upload/Files/ContentFiles/2010/harita/TR-M-S-001.jpg


25. 9. 2013

Wir befinden uns zur Mittagspause in Esme, wo wir ein von meinem Zimmerkollegen bereits am Vortag getestetes Pide-Platzerl aufsuchten. Wir wurden in das Obergeschoß des Wirtshauses gelotst, wo neben bereits vorhandenen Mitgliedern unserer Gruppe vor allem den Markttag besuchende Bauernfrauen auf ihr Essen warteten. Die chaotische Bedienung war ein faszinierendes Studienobjekt, noch dazu wurden wir eindeutig gegenüber den ländlichen Gästen bevorzugt. Besonders an einem Tisch bekamen die Damen ihr Mahl erst serviert, als wir schon wieder gingen. Ebenso schockierte ich den Kellner mit meiner Forderung nach einer Pide ohne Käse (hier gibt es natürlich auch diverse Bezeichnungen für diverse Käsesorten), gerade noch rechtzeitig kamen wir darauf, dass ich im Begriff war eine Pide "ohne alles" zu bestellen... ;-)

Zurück am Bahnhof: Zwiebeltransport zum Markt - der Arme musste zunächst unseren Dampfzug umkurven, danach wurde im Teamwork die Bahnsteigkante gemeistert...




Zwei betagte Damen in Esme.




Nach der Mittagspause widmeten wir uns der in einer schweren Steigung gelegenen Brücke Nr. 2 hinter Güneyköy. Manche Vegetationsformen erinnerten mich irgendwie an einen Alpengarten, so auch hier.




Weitere Anfahrten Richtung Esme wurden gestartet.




Blick auf Brücke Nr. 2 vom Hang aus, den Weiler links oben hatte ich am Tag zuvor erkundet.




Nach der Brückensession fuhren wir in den Bereich der Haltestelle Türkmentepe, danach legte der Dampfzug noch eine Bergfahrt über die Brücke in der Ferne ein. Dieses Bild kombinierte ich mit einem beim Aufenthalt in der Station am Nachmittag zuvor entstandenen.




In Konaklar wurde eine kleine Nachmittagspause eingelegt, ehe wir im Abendlicht zu Brücke Nr. 1 fahren würden.




In Mamas Pantoffeln lässt sich das Treiben gut verfolgen... :-)









Die Rasselbande von Konaklar. Unterdessen beobachteten wir auf einem Feld nebenan "Turkeys in Turkey".




Wir fuhren anschließend als reiner Dampfzug hinauf zur Brücke Nr. 1, wo ich mit ein paar anderen eine Position etwas weiter seitlich am Berghang erwanderte. Vor der Dampfaction mussten wir aber noch die schon bekannte Draisine abwarten, welche perfekt auf das Riesenbauwerk passte...




Dampfzug über unserer Euphrat-Ersatzschlucht mit Blick ins weite Tal.




Für die zweite Anfahrt suchte ich mir eine Position, an der man den Zug vor den dunstigen Bergen positionieren konnte.









Anschließend besuchten wir noch einmal Tünel Nr. 1. Bei der Ankunft entdeckte ich diesen herrlichen Blick über die Felsen und entlang Telegrafenmasten - zunächst ging ich als einziger nach hinten.




Der weite Blick hinab.




Nun wurde es Zeit die Strecke für die Schnellzüge zu räumen, die Diesellok war schon angerückt. Doch eine Anfahrt konnte noch ausverhandelt werden.









Kurz nach sechs rollten wir wieder an den ausgelegten Rosinen von Gümüscay vorbei.




Beim Erreichen der Ebene hatten sich zwei zusätzliche organische Isolatoren auf einen Telegrafenmasten geschwindelt.




Im letzten Licht dieselten wir die Steigung nach Alasehir hinauf.




Mit Dg53752 und Karabük erwartete ich noch das Treffen der zwei Usak-Expresse. Das kleine Mädchen am Schranken war für das offizielle Portrait etwas zu schüchtern...




Nach dem Treffen der beiden Schnellzüge beschleunigte DE24341 ihren "Ekspres Usak" Richtung Izmir.









Ein Pärchen werkelte an dieser professionell errichteten Behausung zwischen Wohnblöcken, der Zweck des Gebäudes blieb uns verborgen.




Anschließend rangierte unser Fotozug, auch dieser Schranken wurde durch ein geniales Konzept gesichert: eine Glühbirne hing zwischen zwei roten Glasplatten.




Auf dem Weg zum Hotel war es bereits finster geworden.






26. 9. 2013


Am nächsten Morgen fanden wir uns wieder einmal um 6:30 am Bahnhof ein, diesmal sollte noch ein schlimmerer Holzhammer zuschlagen: 3 Stunden Wartezeit! Es stellte sich ein weiterer Grund heraus, warum wir nicht früher auf die Strecke durften: der nächste Kreuzungsbahnhof Konaklar sollte überhaupt erst ab 8 Uhr besetzt werden.
So erkundeten wir ein wenig die Umgebung, der interessanteste der vier Wassertürme auf dem ehemaligen Bahnwerks-Gelände war aus dem Tender einer Dampflok vermutlich aus dem 19. Jhdt konstruiert worden.




In Indien waren es fünf Schulkinder gewesen, hier immerhin drei Generationen auf einem Motorrad: Tochter - Vater - Großvater am Schulweg!









Ein weiteres Hindernis bei der Planung erkannten wir, als sich der Schrankenwärter planmäßig für die Ankunft des Izmir Mavi vorbereitete, der heillos verspätet war. Erst nach einiger Zeit kam ein weiterer Bahnmitarbeiter vorbei und informierte ihn. Offensichtlich werden Informationen nur von Bahnhof zu Bahnhof weitergegeben, ein Bild der Verspätung zu erlangen ist daher meist schwer. Zumindest hatte es sich das Schrankenpersonal gemütlich gemacht, später ergänzte noch die Bäckerin von nebenan die Runde.




Dafür konnten wir das Treiben auf der geschäftigen Straße verfolgen, unter anderem unsere "brennende" Busgesellschaft - irgendwie sahen alle Vehikel besser aus als unseres von Ankara nach Usak - , Schulbusse, Stadtbusse... Ebenso konnten wir den Erfolg der verkehrstechnischen Maßnahme, die beiden Fahrstreifen baulich zu trennen, statistisch evaluieren. Intelligenterweise war bei der nächsten Seitengasse kein Durchlass geplant worden. Dies hatte zur Folge, dass fast alle abbiegenden Fahrzeug in der letztmöglichen Lücke - am Bahnübergang - auf die linke Spur wechselten. Dieses arme Pferd wurde derart ruppig hinüber gelenkt, dass es ziemlich ins Schleudern kam.




Der Usak Express war wieder einmal pünktlich zur Stelle, rechts die Drehscheibe.




Doch er hielt uns nicht auf, der Izmir Mavi folgte erst fast eine Stunde später - diesmal auch mit DE24000 - , gegen 9:30 konnten wir endlich los.




Auf Wunsch legten wir den ersten Fotohalt in den Weinbergen oberhalb von Gümüscay ein.




Unser Züglein war nun auf Maximallänge angewachsen, aufgrund von wenig Druck im Kessel hatte man viiiel Zeit zum Abdrücken.




Zwischen den Reben gedeihten Kürbisse.




Tünel 12, diesmal von der Bergseite.




Kurze Fotografenrast im Begleitwagen, natürlich durfte es dort an Essentiellem nicht fehlen, auch eine Küche war vorhanden.









Auf Brücke Nr. 2 wurden wir unplanmäßig in der Mitte abgesetzt, das ermöglichte zumindest die eine oder andere ungewohnte Perspektive.




Nun wurden mehrere Versuche unternommen, die massive Steigung mit drei Personenwagen im Verband zu bewältigen, doch es gelang nicht.




Erst mit Dieselunterstützung erreichte der Zug die andere Seite.




Zum dritten Mal Mittagspause in Esme - diesmal wollten wir den Usak Express etwas außerhalb erwischen. Kurz davor hatte ein Traktor mit Landarbeitern den Bahnübergang gleich hinter der Kurve an der Bahnhofseinfahrt passiert.




Nachdem wir dieses geschmückte Haus mit unserer DE24249 auf den Chip gebannt hatten, suchten wir nach Börek, wurden aber nur noch in Restbeständen fündig. Ich begnügte mich mit einem Eis.




Nachher relaxten wir noch in der Kühle des Cay-Salons direkt am Bahnsteig, an dem Tag war es am heißesten, um die 30 Grad - doch nun waren wir ja wieder bald auf 1000 Meter Seehöhe angelangt. Einer der Okey (eine Art Rummy)-Spieler nutzte das hohle Stahlrohr in der Rückenlehne seines Sessels als Aschenbecher...




Anschließend ging es erneut in die Weite des anatolischen Plateaus. Kurz vor Ahmetler mussten wir wieder zum Löscheinsatz ausrücken, doch das Feuer in einem Einschnitt fand ohnehin kaum Nahrung für die Flammen. Gefährlich war nur, als der Zug noch mit offenen Türen auf Kopfhöhe der tapferen Brandbekämpfer rollte.




In der Steigung vor dieser grandiosen Kulisse blieben wir ein paar Mal stehen.









Wir schafften es genau pünktlich nach Inay, knapp vor fünf rollte der Express, welcher vor Kurzem Usak verlassen hatte, durch diesen Baumtunnel an der modernen Straßenbrücke.



Mit der Sonnenuntergangs-Session setzen wir den nächsten Teil fort! :-)
lg,
Roni

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Re: Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)
« Antwort #1 am: 24. November 2013, 13:08:53 »
Unglaubliche Bilder.....Abgesehen von der damals nicht vorhandenen Digitaltechnik... Bei den meisten Bildern wenn Du schreibst 1950 aufgenommen glaubst des a. Die Stimmung die du eingefangen hast ist sagenhaft.
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle


Speedy

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Re: Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)
« Antwort #2 am: 27. November 2013, 00:00:06 »
Einfach wieder herrliche Foto's in Deinen Bilderbögen...
Was soll man sagen?

Es gefällt unheimlich gut, was Du da
eingefangen hast...

Aber man muss ja ehrlich sein...

Wir sind von Dir ja nur solch phantastische Bilder gewohnt...  ;D

Man freut sich immer wieder auf neues...

Liebe Grüße und Danke.
Bei uns läuft alles...

...bald laufen auch Sie ! ! !

DarkFox

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Re: Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)
« Antwort #3 am: 28. November 2013, 19:53:43 »
Hallo Roni,

Ich weis schon, ich lese nicht derart so viel, deswegen vergleichst du es mit dem Comic, ein paar Topics zuvor. ;D

Deine Bilder sind bezaubernd, welch schöne Landschaften und auch sensationelle Fotoaufnahmen. :)

Mit freundlichen Grüßen
DarkFox

Roni

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Re: Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)
« Antwort #4 am: 06. Dezember 2013, 12:17:03 »
Hallo!

Vielen Dank!  :D
lg,
Roni

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