Autor Thema: Orient-Express 11: Efes & Dampf-Kebab (50 B.)  (Gelesen 1417 mal)

Roni

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Orient-Express 11: Efes & Dampf-Kebab (50 B.)
« am: 06. Dezember 2013, 12:17:15 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
Orient-Express 10: Usak Express (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3536.0


Zum Video der Reise:
http://www.youtube.com/watch?v=xFRjlmE2N64&hd=1


Detaillierte Karte des TCDD-Bahnnetzes (Achtung - 12,9 MB):
http://www.tcdd.gov.tr/upload/Files/ContentFiles/2010/harita/TR-M-S-001.jpg



26. 9. 2013


Wir kehren am späteren Nachmittag zurück nach Inay und nehmen Abschied vom Usak Express...




Anschließend blieb noch ein bisschen Zeit für Portraits auf der Lok und Detailaufnahmen. Blick durch den Stationsgarten:




Wir fanden am Boden noch eine Edmondsonsche Fahrkarte.




Kurz hinter Inay legten wir die nächsten Fotohalte in der weiten Landschaft ein. Im Stall blökte es wieder einmal heftig, doch auch hier zeigte sich kein Viech im Freien...














Langsam begann das Abendlicht zu wirken.




E-Kuppler in Action.




Wir fuhren ein Stückchen bis zur Sonnenuntergangsstelle.




Die erste von ein paar Fotoanfahrten bei Sonnenuntergang.









Weitwinkelversion mit der Bergkette im Hintergrund.




Zwar beim Zurückschieben, mir gefällt die Stimmung mit der Silhouette aber sehr.




Bei der zweiten Anfahrt leuchtete der Zug im allerletzten Licht rosa-golden.









Ein letztes Streckenbild des Tages, als die Sonne schon hinter der Hügelkette verschwunden war.




Nach einem kurzen Löscheinsatz im Gleisbett setzten wir unsere Fahrt Richtung Usak durch die Dämmerung fort. Nur an einer Stelle hielten wir noch an, denn es galt ein Handy zu finden, welches ein Teilnehmer hier zwei Tage zuvor verloren hatte - und es gelang! In der Ferne leuchteten gerade abgefackelte Felder auf den letzten Metern bis Usak.
Wieder bezogen wir unser angestammtes Hotel. Ich hatte unter Tags endlich die Antwortmail von meiner Reisevermittlerseite bekommen, dass ein Umbuchen bei meinem Tarif nicht möglich sei. Also gut, schauen wir einmal bei Turkish Airlines, was so alles möglich ist. Letztendlich stieß ich auf einen brandneuen Flughafen in der Nähe, Zafer Airport, der noch nicht einmal auf Google Maps zu finden war. OK, man würde schon irgendwie hinkommen, und von den Tarifen war es ziemlich egal ab welchem Inlandsflughafen man flog. Also wurde mit Umsteigeverbindung in Istanbul für Sonntag Nachmittag der Heimflug gebucht.



27. 9. 2013


Am Freitagmorgen suchten wir nach dem angestammten Taxistand gleich um die Ecke beim Hotel, doch aus irgendeinem Grund war die Gasse abgesperrt worden, keine Taxis in der Nähe zu finden. Also marschierten wir bei Sonnenaufgang ein letztes Mal auf der Reise durch die Straßen von Usak.




Kurz vor sieben trafen wir am Lokschuppen ein.




DE24248 und -9 im historischen Depot von Usak.




Unsere treue Begleiterin.




56548-Gesicht im Morgenlicht.




Gegen 7 war die Abfahrt geplant, es wurde schon 8 - was hielt unseren Fotozug auf?




Ein Güterzug aus Richtung Afyon mit DE33004 und einer DE24000 an der Spitze... na, da kann man ja noch gemütlich die Lok abspritzen.




Letztendlich rollten wir doch im Morgenlicht durch Usak - für den Tag war die Überführung nach Afyon geplant, den ersten Teil der Strecke mit steiler Steigung nach Dumlupinar kannten wir ja schon.




Wir wurden am Schulweg entdeckt - Auf Wiedersehen, Usak!




Vor der Zuckerfabrik passierten wir eine lange Schlange an wartenden, mit Zuckerrüben beladenen LKWs und Traktoren.




Wieder einmal begaben wir uns zu den Kurven rund um Kapaklar. Da einige Tourteilnehmer mit dem Wind am ersten Tag unzufrieden gewesen waren, fotografierten wir an der erste Stelle nun zum dritten Mal.




Gleich dahinter folgte dieses abgebrannte Feld.




Die Diesellok kam erst von weit unten in der langen Kurve, unser Zug stand schief in Kurvenlage da. Die Wartezeit konnte man nützen, einer vom Lokpersonal huschte hinunter zu einem Ringlottenbaum und sammelte schnell ein paar Snacks für die Mannschaft ein.




Die Stelle kennen wir auch schon, ich versuchte mich an einem Mitzieher bei eher geringer Geschwindigkeit.




Am "behmischen" Nohutova vorbei erreichten wir wieder einmal Banaz. Hier konnte Außerordentliches beobachtet werden: offensichtlich als persönliches Projekt malte jemand einen Wagen eines Bauzuges von der aktuellen TCDD-Farbe in die alte dunkelblau-rote Lackierung um. Es wurde schon gescherzt, dass wir bei der nächsten Fotofahrt wohl diesen Waggon mitführen würden.




Anschließend versorgte ich mich wieder am Bahnhofs-nahen Geschäft.
Die große Ölkanne darf auf TCDD-Sonderfahrten natürlich nicht fehlen...




Nonstop ging es weiter bis Oturak. Ich war der einzige, der auch bei der Einfahrt Fotos machte. Im Hintergrund ist eine schon etwas verfärbte Obstplantage zu sehen.




Bäuerliche Idylle mit Türk Fiat.




Am Bahnhof herrschte Hochbetrieb, ein Bauzug wurde von einem modernen Mercedes-Zweiwege-LKW zum Beladen durch einen Traktor verschoben.




Türkische Balkonfotografie ;-)




Szenen des Umbruchs in Oturak. Der schon etwas verrostete Rutschen-Dinosaurier am Spielplatz links im Hintergrund sollte mir kurz darauf zum Verhängnis werden...




Gleich nach der Szene wollte ich schnell nach hinten laufen, um den Zug plus Dino einzufangen, doch ich stolperte und kam recht heftig mit Handflächen und Knie am Straßenbelag auf. Nach kurzem Fluch versorgte ich die Wunden im Waggon, es war nichts Großartiges, doch auf der Handfläche blieb kaum ein Pflaster im Einsatz kleben.




Anschließend widmeten wir uns einer höheren Sektion als die bereits bekannte Kurve mit Tunnel dahinter in der Steigung nach Dumlupinar.




Auch an der nächsten Stelle war gut zu sehen, wie steil sich der Zug aus der Ebene heraufarbeiten musste.




Wir passierten wieder die schreitende Atatürk-Statue am Hügelgipfel von Dumlupinar, danach war eine längere Pause angesagt.

Es sollte uns ein Güterzug nachfolgen, und zwar sehr bald. Ich ging an die Stationseinfahrt, schon hörte man die Pielstick-Motoren in der Steigung dröhnen - fast 15 Minuten lang! Dann war plötzlich Schluss, da wusste ich, dass der Zug den höchsten Punkt erreicht hatte und nun bald einrauschen würde. DE24144 mit ihrem Ganzzug aus blauen Wagen der Firma Rayser Logistik und ein Klein-LKW störten die Idylle nur kurz, das Hundchen konnte sich gleich wieder auf der Straße schlafen legen.




DE24122 hatte nachgeschoben - diese Szene hätte bis auf winzige Details auch in der Dampflokzeit stattfinden können.




Die gesunde Jause ließen wir diesmal links liegen.




Stattdessen wurde Hühnerkebap in der Lok zubereitet!




Gemütlich setzten wir uns in den Schatten, verspeisten Kebaps, tranken Efes. Einmal wurden wir durch DE33061 gestört, welche mit einem Bauzug die Steigung aus der anderen Richtung hinaufdonnerte. Die Lokführer der Nachschiebelok bekamen anschließend auch Kebaps in den Führerstand serviert.




Einige Fotografen waren nach dem Essen etwas kindisch aufgelegt, es wurden Efes-Flaschen in immer neuen Arrangements auf der Lok platziert... ;-)









Um drei ging es weiter in unbekanntes Terrain. Einmal flog ein recht großer Raubvogel parallel zu unserem Zug, dann passierten wir Landarbeiter bei der Apfelernte, ebenfalls auf Pause.




Im nächsten Ort, Yildirim Kemal, waren wir begehrtes Fotoobjekt, auch der Gendarmerie.




Wir versuchten uns an der Ausfahrt, die Sonne zeigte sich nur sporadisch. Beim Müllentfernen stieß ich auf ein wahrlich künstlerisches Objekt: eine Plastikflasche war in einen Schienenabstand eingeschmolzen worden - vielleicht eine Art futuristische Schweißnaht?



Wir fahren nächstes Mal fort mit einem Nachmittag, über den sich ein paar in der Gruppe aufgrund von Wolken beschwerten, der aber einige der besten Bilder der Reise brachte!
lg,
Roni

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Re: Orient-Express 11: Efes & Dampf-Kebab (50 B.)
« Antwort #1 am: 06. Dezember 2013, 16:30:37 »
Danke fuer die genialen Bilder
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle


DarkFox

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Re: Orient-Express 11: Efes & Dampf-Kebab (50 B.)
« Antwort #2 am: 06. Dezember 2013, 21:29:17 »
Hall Roni,

wie immer geniale Leistung und Bilder von dir.

Mit freundlichen Grüßen
DarkFox