Autor Thema: Kuba 2003 X... Entlang der Sierra Maestra (50 B.)  (Gelesen 759 mal)

Roni

  • MstsForum.info
  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 799
Kuba 2003 X... Entlang der Sierra Maestra (50 B.)
« am: 21. April 2014, 18:01:11 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
Kuba 2003 IX... Santiago - Mit Kanonen und Raketen (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3589.0


25. 2. 2003

Wir befinden uns auf einer Fahrt ab Santiago westwärts die raue Südküste des Ostteils von Kuba am Fuß der Sierra Maestra entlang.




Nicht viel Verkehr, aber manchmal andere Hindernisse...




Das einzige öffentliche Verkehrsmittel der Gegend.




Letzte Reste Zivilisation...




Eine eigene Karibikinsel wäre schon etwas.




Wie im letzten Teil versprochen, die Abenteuer beginnen:

In Santiago hatten wir es leider verabsäumt, uns schwarzes Gold vom Eichhörnchen abzuholen, siehe den Bericht aus Camagüey.
Im letzten großen Ort vor dem wilden Küstenabschnitt war nun der Benzinstand so mager, dass wir unbedingt etwas nachtanken wollten. Das Problem: an den lokalen Tankstellen dürfen nur Einheimische bedient werden. An Kubaner werden Benzin-Rationen verteilt, vermutlich haben die Tankstellen nicht mehr zur Verfügung, daher die Restriktionen.




Kubanische Lösung: Von einer netten Familie im Ort wurden wir in den Garten eingeladen, wir setzten uns auf die Terrasse. Mittlerweile fuhren sie mit einem Kanister zur Tankstelle und verkauften uns ihre Ration.
Problem - improvisierte Lösung, auf Kuba oft möglich!




Ein Baseballstadion darf natürlich auch nicht fehlen.




Der wilde Küstenabschnitt begann...









Die Region wird immer wieder von Hurrikans heimgesucht, deshalb müssen auch Alternativen zu Brücken geschaffen werden.




Teile der Straße waren ziemlich verwüstet.




An manchen Stellen waren Schutztunnel gebaut worden, die aber nie in Betrieb genommen worden waren.









Für die tollen Karibik-Blicke zahlt sich die Steinschlaggefahr auf jeden Fall aus.




Einziger Verkehrsteilnehmer auf genialer Küstenstraße.




Einziger motorisierter Verkehrsteilnehmer auf genialer Küstenstraße...









In Marea del Portillo erreichten wir wieder menschliche Behausungen.




Als einzige Unterkunft dort fanden wir das Hotel Farallon del Caribe vor, die Leute an der Rezeption waren wohl nur Pauschaltouristen gewohnt und staunten nicht schlecht, als da ein paar Individualreisende in Mietautos angefahren kamen. Doch wir konnten problemlos für einen Tag all inclusive im "Club Amigo" einchecken, einmal etwas anderes nach einer Woche Privatunterkünften. Vor dem Hotel waren die Flaggen der aktuellen Hotelgäste aus Kanada und Deutschland gehisst worden.




Das Spezielle an diesem Strand ist der als "schwarz" bezeichnete Sand vulkanischen Ursprungs.









Diesen Blick hatten wir von der Terrasse, danach ging es zum Abendessen.
Etwas Skurrileres kann man sich kaum vorstellen: in den Bergen versteckten sich die Revolutionäre unter Fidel und Che und litten Not, heutzutage kann man sich hier eine Schweinsstelze servieren lassen, während eine Band unterdessen "Hasta Siempre" zum Besten gibt...





26. 2. 2003

Am nächsten Morgen ließen wir es klarerweise gemütlich angehen, zunächst war Strandtag angesagt. Auf dem Weg dahin begegneten einem immer wieder diese Echsen, auf dem Wasser waren auch große Vögel zu beobachten.









Am dekadentesten war ja die Poolbar mit Hockern im Pool, auf die gerade so die fetten Hinterteile der Pauschaltouristen passten...
Hier ein Swimmingpool im Swimmingpool. ;-)




Hmmm... meinen sie wirklich "nacht" schwimmen?




Ich erkundete das Gelände genauer - interessant, dass in den Teilen für das Personal genau wieder Propaganda zu finden war. Die Provinz nannte sich "Granma", nach der Yacht, mit dem die Revolutionäre hier gelandet waren. (und ja, damit ist tatsächlich das englische "Grandma" gemeint, es wird nur spanisch ausgesprochen - wir befanden uns also in der Provinz "Oma". ;-))




Wir nutzten den Aufenthalt noch aus...




Doch dann ging es zurück in die Realität: bis zum nächsten Abend mussten wir Havanna wieder erreichen. Doch für die meisten Kubaner bedeutet Reisen: Warten...









Wir näherten uns Media Luna, hier kam es zu einem Treffen revolutionärer Truppen.




Ein typisches Bauernhaus, wie wir es bereits in einem früheren Bericht von innen gesehen hatten.




Auf den Straßen von Media Luna.









Das "Servicentro" war passenderweise (etwas ausgebleicht) "La Esperanza" - "die Hoffnung" benannt. Das hätten wir später auch gut brauchen können...




"Wenn die Schlacht täglich ist, wird der Sieg ewig währen." - Passende Durchhalteparole.









Es war unglaublich, wie viele Menschen in dieser Ecke Kubas an der Straße warteten, es war dabei kein spezieller Tag, nur ein normaler Werktag-Abend. Hier wird vom Staat organisiert - mit jeweiligem Aufseher - Auto-Stopp betrieben. Als Touristen durften wir jedoch niemanden mitnehmen, die kleinen Autos waren jedoch schon so rammelvoll.




Gehen ist bei der Verkehrssituation natürlich auch eine Alternative.









Stets wurde man sehnsüchtig betrachtet.




Wieder einmal ein Vaquero.




Wir überholen die Traktor-Linie 3A.




Sowie die LKW-Linie 5.




Und die Schulkutsche.














Langsam ging die Sonne unter, und wir bogen bei Las Tunas auf die dichter befahrene Carreterra Central. Doch plötzlich war das blaue Auto nicht mehr hinter uns zu sehen, wir warteten ein wenig, doch es kam nicht. Wir kehrten um, und siehe da...




... ein Reifenschaden! Hatten wir der rauhen Küstenstraße doch Tribut zollen müssen. Aber das sollte nicht alles sein, ein paar Kilometer später, und unser Auto rollte ebenfalls mit einem Platten aus!
Für die Nacht bezogen wir ein staatliches Hotel nahe Camagüey an der Hauptstraße. Allerdings hatten wir kein gutes Gefühl ohne Ersatzreifen weiterzufahren, wie oft war es jedoch gut auf Kuba zu sein. Schnell war alles spontan arrangiert, mein Cousin fuhr mit kaputten Reifen am Moped eines Mechanikers zur nächsten Werkstatt. Dort wurde flink ausgewuchtet und geflickt, das ganze kostete natürlich nur Peanuts - wenn ich daran denke, was wir für Probleme mit europäischen Mietwagen bei Reifenschäden hatten...


Im nächsten Teil widmen wir uns dem letzten vollen Tag auf Kuba, und als Entschädigung für diesen eisenbahnlosen Bericht gibt es nächstes Mal noch ein Schmankerl! :-)
lg,
Roni

Up-to-date auf Twitter: https://twitter.com/raildata_info @raildata_info

http://raildata.info

messermoser

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 673
  • Tauchen macht bloed und gleichgueltig. Mir is egal
    • Oebb-Lokschuppen
Re: Kuba 2003 X... Entlang der Sierra Maestra (50 B.)
« Antwort #1 am: 22. April 2014, 13:39:01 »
Danke fuer die stimmungsvollen Bilder.
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle