Autor Thema: Toskana 2013 - 9: Rund um Siena (50 B.)  (Gelesen 1027 mal)

Roni

  • MstsForum.info
  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 792
Toskana 2013 - 9: Rund um Siena (50 B.)
« am: 22. Mai 2014, 21:50:02 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
Toskana 2013 - 8: Tiefer ins Herz der Toskana (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3616.0


Der Reiseplan für diesen Teil:
Do, 18. 4. 2013
----------------------------------------------


Asciano ab 14:47  6912 ALn 668

Siena an 15:19
Siena ab 15:41 +10 Min  23470 -> Empoli ALn 668

Castellina in Chianti-Monteriggioni an 15:56 +10 Min


Castellina in Chianti-Monteriggioni ab 18:01  11794 -> Empoli ALn 668

Empoli an 18:52
Empoli ab 19:32 +7 Min  23392 -> Firenze SMN WZ

Signa an 19:46 +7 Min


Zur Toskana-Karte:
http://raildata.info/toskana13/tos13karte.jpg


18. 4. 2013

Wir befinden uns bei der Aia Vecchia Di Montalceto in der Nähe von Asciano, hier: https://goo.gl/maps/UJG4z

Wie schon im letzten Teil herausgefunden, würde in den nächsten Stunden kein Dampfzug auf der Val d'Orcia Museumsbahn vorbeikommen.
Ein paar virtuell leicht aufgepeppte Panoramen konnten in der herrlichen Landschaft trotzdem nicht schaden. In der Mitte des linken Drittels lässt sich die zarte Silhouette des Monte Amiata erkennen, der Berg vulkanischen Ursprungs ist mit 1738 m Höhe die größte Erhebung der südlichen Toskana. Die Bahnstrecke führt in einiger Entfernung vorbei, dennoch existiert ein Bahnhof namens "Monte Amiata".
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Amiata und http://it.wikipedia.org/wiki/Stazione_di_Monte_Amiata




Und so könnte das Ganze vor ein paar Jahrzehnten ausgesehen haben... die Phrase "gute alte Zeit" unterlassen wir in manchen Gefilden lieber.




Hier herrscht die typische Landschaft der Südtoskana vor, man blickt von Hügelkuppe zu Hügelkuppe, von Anwesen zu Anwesen.




Das Standard-Brennweiten-Panorama von anderem Standpunkt zeigt die Szenerie detaillierter. Links die Aia Vecchia Di Montalceto, heutzutage ein Agrotourismusbetrieb mit Swimmingpool und allem drum und dran. Rechts im Hintergrund Asciano, der Hügel davor wird von der Museumsbahn in einem Tunnel unterquert, daraufhin dreht sie sich in einer langgezogenen Kurve in den Ort. Der Hügel der Aia wurde ebenfalls untertunnelt, dahinter befindet sich das größere, bekanntere Viadukt, das ich auf dem Ausflug nicht zu Gesicht bekam. Aber ich nahm mir vor, die Stelle definitiv wieder zu besuchen. Die Strecke wird ja vom "Treno Natura" immer wieder und zu jeder Jahreszeit befahren: http://www.ferrovieturistiche.it/en/fvo/#eventi




Ich verbrachte eine gemütliche Zeit unter Olivenbäumen.




Nicht dass man glaubt, ich hätte keine Züge von meinem Aussichtsposten gesichtet: R 6908 Chiusi Chiancano Terme - Siena kam kurz nach 10 Uhr am Bahnhof Asciano vorbei. Im Vordergrund das Tunnelportal der Museumsbahn. Es war nur noch ein Gegenzug in den drei Stunden Wartezeit unterwegs, ansonsten herrschte seitens der Trenitalia tote Hose.









Gegen halb eins machte ich mich auf den Rückmarsch. Bei Poggio Pinci gab es ebenfalls Durchblicke auf das Viadukt.




Zurück an der Hauptstraße in Oliviera bot sich dieses liebe Motiv.




Etwa eine Stunde benötigte ich von meinem Aussichtsplatz zum Bahnhof Asciano, ich konnte die große Straße im Ort abschneiden und hatte Glück, dass man durch eine Zaunlücke beim Wasserturm zum Bahnhof durchkam. Ich hätte wohl fast die nächste Verbindung nach Siena um 13:28 erwischt, doch handelte es sich bei FI208 um einen Bus - darauf kann man verzichten. Am Bahnsteig breitete ich mich gleich auf einer Bank aus und lüftete die Füße, ging dann aber doch auf Erkundungstour. Wie an jedem respektablen Dorfbahnhof in Italien musste hier natürlich auch ein Goldfischteich her.




Hatte sich den ganzen Vormittag lang praktisch nichts getan, folgten nun zwei Züge aus Siena innerhalb einer halben Stunde. Den Anfang machten ALn668 3146 und 3122 als R 6863, welche die hier noch reichhaltig vorhandene alte Infrastruktur passierten.




Die Stationsaufsicht war jedoch lediglich mit dem Entfernen abgefallener Baumnadeln mittels Laubbläser beschäftigt, ich hatte den Eindruck, dass die Signalisierung und Abfertigung der Züge rein automatisch geschah. Viel Arbeit war ja nicht, Gleis 2 wurde laut Aushangfahrplan nur zwei Mal täglich planmäßig befahren, bei genau einer Kreuzung in Asciano pro Tag. Die Ortschaft am Hang im Hintergrund ist Serre de Rapolano, die Bahn windet sich in einer Schleife nördlich um den Hügel herum, obwohl das eigentliche Ziel Chiusi südöstlich liegt.




Ich hatte mich schon auf eine Baureihe eingestellt, da wurde ich eine halbe Stunde später von R 11761 mit D445 1067 überrascht.




Es gab hier noch einige Anlagen, die eventuell vom Museumsverein genutzt wurden, rechts hinten ist auch eine gelbe Draisine und ein weiterer Wasserkran zu sehen.




Gemeinsam mit einem Mädel als zweite Passagierin aus Asciano bestieg ich kurz darauf R 6912 nach Siena, wo wir nach einer halben Stunde ankamen. Dort hatte ich zwanzig Minuten Zeit, um mich in der Delikatessenabteilung des unterirdischen Supermarktes - zu etwas musste er ja gut sein - einzudecken und dann gemütlich in den bereits wartenden ALn668 weiter Richtung Norden zu setzen.


Doch da wir in der Gegend sind, darf natürlich ein wenig Kultur nicht fehlen. Im Sommer 2003 war ich mit Freundinnen und Freunden in Rom, Neapel und der Toskana unterwegs, dabei übernachteten wir auch in Siena. Die Bilder wurden wieder einmal mit der guten alten Camedia C3000Z aufgenommen.

22./23. 7. 2003

Der Palazzo Pubblico mit dem Torre del Mangia an der berühmten Piazza del Campo ist sicher die bekannteste Stadtansicht von Siena. In Tagesrandlagen ist der Platz nur leider nicht sonderlich ideal zu fotografieren, da er durch die umliegenden Gebäude in Amphitheater-Manier - es handelt sich auch um den Ort eines antiken Theaters - bald im Schatten liegt.




Die Scherenschnittversion.




Wir übernachteten damals in einer Jugendherberge in der Altstadt.




Eine extrem von Kunstschätzen gespickte Sehenswürdigkeit ist der Dom, hier die wie meist prominente Westfassade. Mehr kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Dom_von_Siena




Details der Westfassade.




Das Innere der Kuppel.




Die Kanzel aus dem 13. Jhdt. von Pisano.




Fresken von Pinturicchio an der Decke der Piccolomini-Bibliothek.




Das Taufbecken im Baptisterium, in der Mitte Donatellos Bronzefigur "Glaube".




Ein weiterer Blick auf die Fassade.




Am Palazzo Pubblico hatten wir eine Begegnung der anderen Art.





Nun aber zurück zum:
18. 4. 2013

Mein R 23470 war schon mit 10 Minuten Verspätung aus Siena abgefahren, mir machte das beim Mittagessen nichts aus. Die erste Station nördlich von Siena nannte sich Badesse, als deutschsprachiger Tourist darf man sich nicht zu viel von dem Ort erwarten. Obwohl ich bei den aktuellen Temperaturen und nach der Wanderung ein bisschen kühlem Nass nicht abgeneigt gewesen wäre. Als nächster Bahnhof folgte schon - mit vollem Namen - Castellina in Chianti-Monteriggioni, wo ich ausstieg und wir den etwas graffitierten R 23473 kreuzten. Ich fertigte daher lieber einen Nachschuss meines Zuges an. Links stand ein Gleisbauzug mit Schienenbagger abgestellt.




Die nächste Aufgabe: einen Blick, den ich in der Früh bei der Vorbeifahrt gesichtet hatte, umzusetzen. Der Bahnhof nannte sich Castellina in Chianti-Monteriggioni, befand sich allerdings in keinem der beiden Orte, sondern in Castellina Scalo. Bevorzugtes Motiv war Monteriggioni, ein noch von einer kompletten mittelalterlichen Stadtmauer umgebenes winziges Städtchen auf der Kuppe des Monte Ala. Etwas illegal musste ich einen Kanal überqueren, irgendwie waren die Zugänge zu Wegen in diesem Ort verbaut. Bei einem Feldweg-Bahnübergang fand ich letztendlich das Motiv. Es gab zwar eine Wiese weiter Richtung Stadt, doch hatte ich nun aus dem Zug gesehen, dass es dort nicht frei gewesen wäre. So begnügte ich mich nur mit einem Teil der insgesamt 570 m langen Stadtmauer und 14 Türme, dennoch gefiel mir die Einstellung sehr gut. Zunächst düste eine D445 mit Wendezug Richtung Siena durch, dann näherte sich R 11772 nach Firenze.




Wie bereits bekannt, standen die Steuerwagen immer Richtung Florenz. Doch diese gehören ebenfalls zu den markantesten Gesichtern der ehemaligen FS, also hatte ich nichts dagegen.




Als nächstes Motiv klapperte ich die Kanalbrücke ab, ausnahmsweise tauchte ein Minuetto als R 23472 auf.




Ich stand nun auf einem Rad- und Fußgängerweg, hier für R 6887 Empoli - Siena, welcher mit 10 Minuten Verspätung um 17:10 abfuhr.




Ich begab mich zu einer Brücke über die Bahn am anderen Ende der Station.




Hier herrschte nicht nur herrlicher Frühling, sondern auch Industrie vor. Gleich neben der engen Brücke befand sich ein Wendeplatz für Sattelschlepper.




R 11751 düste durch Castellina durch, Regional- und Eilzüge wechselten im Halbstundentakt ab, letztere blieben hier nicht stehen. Man kann auch Monteriggioni leicht durch die Bäume durchschimmern sehen, von vielen Standpunkten im Ort wäre es das perfekte Motiv, wenn nicht ständig die eine oder andere Baumgruppe die Sicht blockieren würde.




Ich versuchte die Power der durchfahrenden D445 1130 mit R 11778 nach Florenz per Tele einzufangen.









Pünktlich kam ALn668 3149 als mein R 11794 nach Empoli um 18:01. Ein Bauer hatte kurz davor seinen Weingarten aufgesucht, am Rückweg ging er ein paar Meter vor der Pufferbohle des Fiat-Schienenbusses über die Gleise...




Während der Fahrt kam es bald hinter Castellina zu einem seltsamen Zwischenfall: der Fahrer musste auf offener Strecke aussteigen, um einen Hahn der Bremsluftleitung zu betätigen - so etwas habe ich bei westeuropäischen Bahnen bis jetzt eigentlich noch selten erlebt.

In Ponte a Elsa kreuzten wir D445 1143 mit R 11777, der hier nicht offiziell hielt.




Die Station wurde von hohem Schilf eingerahmt.




Eines der prominentesten Motive kurz vor Empoli, ansonsten ist die Landschaft hier dichter besiedelt, weniger offen und auch industrieller als südlich von Siena.




In Empoli stand gerade eine "Vivalto" Doppelstockgarnitur auf Gleis 2.




E464 455 schob RV 3179 Richtung Pisa Centrale.




Aus der anderen Richtung kam bald RV 3146 nach Florenz, doch da dieser über die Neubaustrecke fahren und nur in Lastra a Signa halten würde, ließ ich ihn aus. Genug gewandert für den Tag.














Um 19:19 - mit 10 Minuten Verspätung - verließ R 23475 Empoli Richtung Siena.




Ein E-Minuetto fuhr als R 11731 aus Firenze Porta al Prato am Stumpfgleis 1E ein und endete hier.




Extremer Teleblick, nicht nur auf gemütlich über Hauptstrecken radelnde und spazierende Menschen, sondern auch auf die Hochschaubahn Richtung Pisa.




Gleich danach düste eine Garnitur durch Empoli durch, alle planmäßigen Züge hielten jedoch. Fernverkehr kam hier regulär keiner vorbei, leider aber auch an dem Abend keine Güterzüge, die am Tag zuvor genau um die Zeit unterwegs gewesen waren.




Die nächste D445 zeigte, dass sie sich vor ALCOs und Co. nicht verstecken brauchte.




Mit R 11744 Siena - Florenz und D445 1083 verabschieden wir uns für diese Reise von dieser Baureihe, nur ihre kleinere Schwester würde ich noch in Güterdiensten erleben.



Bald darauf beförderte mich R 23392 nach Signa, wo ich noch rechtzeitig beim Greißler vorbeischaute. Im nächsten Teil geht es sowohl ans Meer als auch in die Alpen. :-)
lg,
Roni

Up-to-date auf Twitter: https://twitter.com/raildata_info @raildata_info

http://raildata.info

messermoser

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 671
  • Tauchen macht bloed und gleichgueltig. Mir is egal
    • Oebb-Lokschuppen
Re: Toskana 2013 - 9: Rund um Siena (50 B.)
« Antwort #1 am: 23. Mai 2014, 15:55:43 »
Danke oni fuer die schoenen Bilder
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle