Autor Thema: Toskana 2013 - 10: Vom Meer in die Apuanischen Alpen (50 B.)  (Gelesen 982 mal)

Roni

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Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
Toskana 2013 - 9: Rund um Siena (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3618.0


Der Reiseplan für diesen Teil:
Fr, 19. 4. 2013
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Signa ab 4:48  11703 -> Livorno C WZ

Livorno C an 6:16

Taxi -> Largo del Duomo

Livorno Largo del Duomo ab 6:40  Bus 102 -> Cecina

Castel Sonnino an 7:06


Castel Sonnino ab 7:41  Bus 102 -> Livorno Largo del Duomo

Calafuria an 7:46


Calafuria ab 9:55  Bus 102 -> Cecina

Quercianella an 10:01


Quercianella-Sonnino ab 10:45 +10 Min  3110 -> Firenze SMN WZ

Pisa C an 11:29 +10 Min
Pisa C ab 12:20  6761 ALn 668

Lucca an 12:47
Lucca ab 13:00  6966 -> Minucciano-Pieve-Casola (selbe Garnitur weiter)

Poggio-Careggine-Vagli an 14:05


Poggio-Careggine-Vagli ab 15:00 +5 Min  6971 ALn 668

Lucca an 16:05 +10 Min
Lucca ab 16:12 +9 Min  6794 ALe 642

Pisa C an 16:43 +5 Min
Pisa C ab 16:54 +7 Min 23388 -> Firenze SMN WZ

Signa an 17:46 +5 Min


Sa, 20. 4. 2013
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Signa ab 6:27  11705 -> Viareggio WZ

Pisa C an 7:32
Pisa C ab 7:50  6691 -> Aulla Lunigiana ALn 668

Borgo a Mozzano an 8:51 +5 Min


Zur Toskana-Karte:
http://raildata.info/toskana13/tos13karte.jpg


19. 4. 2013


Es ging wieder einmal mit dem ersten Zug des Tages los, diesmal wollte ich die Morgenstimmung am Meer einfangen. Ich fuhr bis zur Endstation Livorno und nahm anschließend um 8 Euro ein Taxi bis zum Largo del Duomo, wo mein Bus abfahren würde. Das Busticket selbst kostete 1,70, der erste Busfahrer konnte allerdings nicht herausgeben. Wir fuhren zuerst durch Vororte Livornos, dann entlang der Küste bis Castel Sonnino, einem neumittelalterlichem Schloss vom Ende des 19. Jahrhunderts. Ich stieg aus, hier ging es nur entlang der Hauptstraße, welche im Morgenverkehr katastrophal befahren war. Offensichtlich war noch keine Umfahrungsstraße gebaut worden. Unter Tags standen hier zusätzlich die Autos der Besucher am Rand abgestellt, nun war noch alles frei, dennoch ertrug man es nur kurz. In der Wartezeit kam unter anderem ein Kranwagen vorbei, ein Ford Mustang und auch Radfahrerinnen hechelten den Berg hinauf.

Dankbarerweise kam R 3104 gegen 7:15 vorbei, ein InterCity fuhr kurz danach Richtung Rom und Neapel. Ganz leicht im Dunst zu erkennen war die Insel Capraia und dahinter schon Sardinien.




Die weiter nördlich und näher gelegene Insel Gorgona hatte noch eine Nebelhaube auf.




Bei der Bushaltestelle wartend hoffte ich noch auf einen Zug, und tatsächlich! Die E655 mit Güterzug enttäuschte nicht.




Ich nahm den nächsten Bus bis zum bekanntesten Fotoplätzchen nahe Livorno, Calafuria. Alsbald rauschte Frecciabianca 9761 nach Roma Termini durch.




Man musste etwas suchen, bis man den Einstieg des Pfades über den Tunnel fand. Anschließend hieß es über glitschige Felsen bergauf klettern, durch dichte, übermannshohe Macchie, die ihresgleichen suchte. Außerhalb des engen Weges gab es hier kein Durchkommen. Einmal musste man kurz über dem Tunnel an einer Felswand entlang, ansonsten sah ich erst wieder aus, als ich die Fotostelle neben einem Strommast erreichte. Der klassische Platz war zwar etwas weiter vorne seitlich gelegen, doch schien mir der zu verwachsen, dieser gefiel mir besser.

Gleich kam eine einsame E655 Richtung Livorno durchgerollt. Für die Zugspausen war Unterhaltung durch wartende und aus dem Hafen auslaufende Schiffe - wie hier eine Fähre nach Korsika - garantiert.




Größere und kleinere Boote.




Hier beginnen wir unsere Sammlung an Verkehrsmitteln, inklusive Luftverkehr...




... was genau lässt sich abgesehen von einem ETR460 als FB 9762 Rom - Genua entdecken? Nun: Frachtschiff, Segelboot, Ruderboot, Auto, LKW, lokaler Bus, Radfahrer, Läufer, ... haben wir noch etwas vergessen? ;-)









Ich freute mich schon auf FB 9763 als Abschluss - doch, ach ja, ich hatte das Ding schon in La Spezia ein paar Tage zuvor erwischt, das war gar kein ETR460. Na gut, gibt es eben ein bisschen Abwechslung.




Anschließend stieg ich den Pfad hinab, neben Anglern gab es auch Lehrtafeln zu den hier heimischen Seevögeln zu bewundern.




Ich wartete auf einem Parkplatz neben dem Ausflugslokal auf den Bus, plötzlich bog dieses Monster als Carabinieri-Fahrschule ein - zuerst dachte ich, es wäre ein Hummer, doch dann sah ich, dass es aus heimischer Produktion stammte. Ich wusste gar nicht, dass wir in Europa auch so etwas herstellen...




Ich nahm den Bus weiter Richtung Süden, in Quercianella stiegen einige afrikanische Händler ein. Ich verpasste jedoch die dem Bahnhof nächste Station und stieg an der nächsten aus. Als dies allgemein bekannt wurde, ging ein "Mamma mia"-Raunen durch die Menge der Buspassagiere. Für mich war es jedoch nicht schlimm, es gab noch genügend Zeit bis zum nächsten Zug, und zudem konnte man noch das Meer entlang laufen. Zumindest theoretisch, denn fast die gesamte Seefront war hier privat zugebaut worden, nur einmal sah ich Treppen hinunter durch die Felsen. Ich nutzte die Gelegenheit das einzige Mal auf der Reise mit dem Meerwasser in Berührung zu kommen. Zudem bot sich ein Blick Richtung Castel Sonnino. Die Bahn ließ sich nicht blicken, die sah auf dem Abschnitt nur zu kurz und zu tief eingeschnitten das Tageslicht.




Ich erreichte den Bahnhof Quercianella-Sonnino und wurde bald darauf von einer 652 mit Containerzug freudig überrascht. Nur eine weitere Passagierin wartete auf R 3110 nach Pisa, untertags war auch der Verkehr hier eher spärlich.




In Livorno stieg neben mir ein kanadisches Pärchen zu, bei der Ausfahrt sah ich am Güterbahnhof eine D345 im Altlack rangieren. In Pisa Centrale hatte ich anschließend eine Stunde Zeit, dann bestieg ich den "fotovoltaischen" Aln668 Richtung Garfagnana. In Pisa San Rossore stiegen einige Briten ein, die über allerlei plauderten, von ihrem ersten Beatles-Konzert, über den Dawlish Seawall bis Michael Portillo. Auch von Schülern wurde der Zug gut frequentiert.




Es sollte die selbe Garnitur nach etwa einer Viertelstunde weiterfahren, dennoch sah ich mich kurz in Lucca um.




Hier rangierte D345 1127, allerdings im Neulack.




Es ging in die Berge, hier war ich bereits in den 90ern mit meinem Vater gewandert. Eine Station vor dem Hauptort Castelnuovo lag die Haltestelle Fosciandora-Ceserana.




Im Bahnhof Castelnuovo di Garfagnana kreuzten wir R 6969 aus Aulla Lunigiana, der ab Lucca als R 6770 nach Pisa weiterfahren sollte. An der Strecke sah man mehrheitlich Aln663 mit modernerer Front als Triebfahrzeuge.




Der Bahnhof war 1911 errichtet worden, bis 1940 endete die Strecke hier, erst dann war der Abschnitt bis Piazza al Serchio fertiggestellt worden.




Wieso, sah man unter anderem gleich danach - zwischen den Stationen Villetta-San Romano und Poggio-Careggine-Vagli liegt dieses mächtige Viadukt. Die Fertigstellung der 7,5 km langen Galleria del Lupacino hinter Piazza al Serchio führte 1959 zum endgültigen Lückenschluss auf der Strecke.




In Poggio stieg ich aus.




Die - nunmehr - Haltestelle ist zwischen zwei Tunnels gelegen.




Man befindet sich nun im Nachbartal und muss zum auf der Kuppe gelegenen Ort steil hinauf. Dabei boten sich zurück schöne Ausblicke auf einige verschneite Spitzen der Apuanischen Alpen.




Danach ging es durch den malerischen Ort an die Hauptstraße.




Vom Ortsende boten sich Ausblicke nach Osten.




Hier folgte die Eisenbahn dem Serchio, welcher zum Lago di Pontecosi aufgestaut worden war. In der Ferne erspähte ich schon "meinen" Zug R 6968 - es war nur ein Aln663 in Einfachtraktion, das hatte ich weder vorher noch nachher gesehen...




Der Zug näherte sich Villetta.




Und überquerte anschließend den Serchio. Eigentlich war der einzelne Triebwagen gar nicht schlecht, so kamen die Größenunterschiede noch deutlicher zur Geltung.




Für das Panorama stieg ich auf eine Straßenmauer knapp außerhalb von Poggio.




Kombinierte Bahn-, Wäsche- und Balkonfotografie. :-)




Nach dem effizienten Einsatz wanderte ich zurück zum Bahnhof.




Mein Zug R 6971 holte mich 10 Minuten verspätet ab.




Am Lago di Pontecosi passiert man eine weitere bekannte Fotostelle, die zugehörige Station war leider schon 2002 geschlossen worden.




Bei der Einfahrt Castelnuovo blieben wir einige Zeit stehen, der kreuzende Zug hatte 15 Minuten Verspätung. Durch die Pufferzeit holten wir diese aber fast wieder auf - ich hoffte, dass der Anschluss in Lucca klappen würde...

Ländliche Idylle auf halbem Wege zwischen Castelnuovo und Lucca.




Zu früh gefreut - der nächste Gegenzug verbrachte aus irgendeinem Grund Ewigkeiten auf der langen Geraden zwischen Lucca und der ersten Station San Pietro a Vico.




Letztendlich kamen wir mit 10 Minuten Plus an, der Anschluss-ALe642 wäre weg gewesen, wenn er nicht ebenfalls mit fast identischer Verspätung abgefahren wäre, so ging sich doch alles aus.

Wenigstens in Italien zeigt man in der Werbung Mut zur Diversität.




Wer sich nicht als Fußgänger fühlt, kann sich auch alternativ leiten lassen... ;-)




Bei der Einfahrt Pisa lieferten wir dem Zug aus La Spezia - auch schon 5 Minuten verspätet - ein kleines Wettrennen.

Treffen der E-Lok-Klassiker in Pisa Centrale: die nostalgische E646 196 rangierte soeben die historische Garnitur für den nächsten Tag, während Güterzuglok E655 426 durch den Bahnhof rollte.








Ich erreichte Signa halbwegs pünktlich und machte nach dem x-ten frühen Morgen auch einmal ein bisschen früher Feierabend. Nur die Besitzerin des Hotels klopfte einmal an die Zimmertür, die Rezeptionistin hatte vergessen mir die lokale Touristen-Gebühr zu verrechnen.



20. 4. 2013


Am Abreisetag hatte ich schon im Voraus gewusst, dass es der einzige Regentag der Reise sein würde - bis dahin hatte sich ja kaum ein Wölkchen gezeigt. Ich wollte wieder einmal den Dampfzug erwischen, also war auch eine klein wenig spätere Abfahrt aus Signa möglich. Ich hinterließ mein Gepäck in einem kleinen Kammerl hinter der Rezeption und langte kurz vor halb 7 am Bahnhof ein.




Pendler-Regenstimmung.




Schon kurvte mein R 11705 Richtung Pisa aus Florenz um die Ecke.




In Pisa erwischte ich wieder einmal einen direkten Zug auf die Garfagnana, bestehend aus einem gemischten Doppel.




Diesmal fuhren wir von einem Stumpfgleis ab.




Alle ALn668, mit denen ich gefahren war, hatten ein erneuertes Innenleben verpasst bekommen, dieser ALn663 verfügte noch über die klassische 1980er-Inneneinrichtung. Während der Fahrt Richtung Lucca hörte sich eine Passagierin laut irgendeine Predigt am Radio an.




Wieder einmal kreuzten wir in San Pietro a Vico.




Ich stieg in Borgo a Mozzano aus.




Über den Hügelrücken blinzelte gerade herrlich die Sonne durch.




Anschließend ging es durch die Stadt... mit der Gegend vertraute Leute wissen wohl, was für ein Motiv hier wartet. ;-)


Es folgt schon der letzte Teil mit Dampfzug an der Teufelsbrücke und einem herrlichen Abschluss-Abend in Florenz.
lg,
Roni

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Re: Toskana 2013 - 10: Vom Meer in die Apuanischen Alpen (50 B.)
« Antwort #1 am: 07. Juni 2014, 14:53:54 »
Geniale Bilder wie immer. Danke.
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle