Autor Thema: ScanRail Tour 2004 - 3: Stockholm C - Saltsjöbanan (50 B.)  (Gelesen 944 mal)

Roni

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Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
ScanRail Tour 2004 - 2: Stockholm Djurgarden (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3627.0


ScanRail-Karte mit dem bisherigen und aktuellen Reiseverlauf:
http://raildata.info/sca04/sca0402k.jpg



6. 7. 2004

Am zweiten Morgen in Stockholm unternahm ich einen frühen Spaziergang vom Hotel Richtung Centralstation, bald kam ich zur Nordeinfahrt. Kurz nach sechs verließen als erste Fernzüge des Tages ein X2000 Stockholm C Richtung Süden und ein IC Richtung Norden - beide mit dem Ziel Göteborg. Letzerer nahm den Weg über die Mälarenbanan nördlich des Mälaren, welcher sich als drittgrößter See Schwedens von Stockholm 120 km westwärts ausdehnt. Die Fahrzeiten betrugen etwa 3 Stunden mit dem X2000 und fast 5 Stunden mit dem IC, der unter anderem Västeras und Örebro bediente, bevor er am Bahnknoten Hallsberg auf die direkte Verbindung Stockholm - Göteborg, die Västra stambanan, traf.




Von Norden her konnte man im schönsten Morgenlicht (wobei es nie wirklich komplett finster wurde) eine Parade von klassischen Rcs in der noch bunten SJ-Ära genießen.




Ein älteres Exemplar hatte ich gleich mit der Rc3 1059 vor der Linse, welche 1970 ausgeliefert worden war. Rc3 sind auf 160 km/h umgebaute Rc2, mehr über die etwas unübersichtliche Geschichte dieser Universalbaureihe findet man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/SJ_Rc




Auch ein Linx X2 schlich sich zu seinem ersten Einsatz des Tages an. Die Baureihe ist ebenfalls als X2000 - der Name der Hochgeschwindigkeitszugplattform - bekannt, die Zugklasse bei den SJ hieß zu der Zeit X2000, heute SJ 2000. Es war geplant gewesen diese Züge in alle Welt zu exportieren, doch wurde daraus bis auf ein Exemplar für China nichts.




Die Pendlerzüge aus Uppsala ("Uppsalapendeln") wurden oft mit einem Rc-Sandwich gefahren, wie hier der ankommende 2207 mit den 1984 gebauten Rc6 1353 und 1364.




Ein Arlanda Express X3 begab sich um 6:19 auf die Reise nach Norden durch das Bahnhofsvorfeld.




Um 6:25 folgte X2000 520 nach Sundsvall.









An den Reinigungsbahnsteigen gaben sich die damals vorhandenen X2-Lackierungen ein Stelldichein. Viele SJ-Triebfahrzeuge trugen das Logo der Kampagne "Bra Miljöval" ("Gute Umwelt") des schwedischen Naturschutzvereins.




Abstellgleise, nun vom Nordende der Bahnsteige gesehen.




Ein Arlanda Express fuhr vor dem Gebäude der schwedischen Arbeitslosenversicherung ein.




Um 6:40 steckte Rc6 1364 ihre Nase aus den Tiefen des Bahnhofs ins Freie und machte sich auf den Weg zurück nach Uppsala.




Gleich darauf führte Rc6 1369 das nächste Sandwich 2209 von ebendort an.




Ich wechselte an das südliche Bahnhofsende, wo um sieben Uhr der erste Linx des Tages nach Oslo das letzte halbe Jahr dieses Gemeinschaftsunternehmens von SJ und NSB bis zur Einstellung der Züge am 31. 12. 2004 einläutete. Hintergrundinformationen findet man hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Linx_(railway_company)




Aus der anderen Richtung überquerte X1 3038 als Pendeltag der Linie J36 nach Märsta die Norra Järnvägsbron.




X2-Treffen an den Durchfahrtsbahnsteigen von Stockholm C, einer wartete auf die Abfahrt nach Göteborg, der andere nach Malmö.




Neben dem Bahnhof am Ufer des Riddarfjärden - der östlichsten Bucht des Mälaren - liegt mit dem Stockholms stadshus das Rathaus der Stadt. Wir werden es im nächsten Reportageteil besuchen.




Um 7:10 machte sich X2000 423 auf den Weg nach Göteborg.




Ach ja, das hätte ich fast vergessen: 2001 bis 2006/8 waren bis zu 15 X420 - ex-DB 420 - in Pendeltag-Diensten unterwegs. Damals war es mir egal, und ich habe es vermutlich nicht einmal bemerkt - aber gut, dass man auf alten Bildern immer wieder etwas entdecken kann...




Nächster Höhepunkt war die Ankunft des Connex-Nachtzuges 7083 aus Lulea und Umea um 7:30, gleich darauf rangierte die von Connex bei SSRT gemietete Rc6 1328 an der südlichen Bahnhofsausfahrt.




X10-Doppel vor dem Rathaus.




Auch Güterzüge passierten gelegentlich die Innenstadt, hier angeführt von Green Cargo Rc4 1138. Green Cargo hatte nach der Privatisierung die Gütersparte der SJ übernommen, befindet sich allerdings noch immer zu 100% im Besitz des schwedischen Staates. Oben im Bild hat sich gerade die Konkurrenz auf der Straße eingeschlichen...




Die Nachtzugwagen standen noch immer am Bahnsteig 12.




Die Bahnsteige 1-7 am nördlichen Ende dienen den Abfahrten auf der Ostkustbanan und Mälarbanan, 1-2 sind für den Arlanda Express reserviert.









Verschiedene Blautöne, Blick nach Norden.




Unvorstellbar in anderen Ländern, aber in Schweden wird die gesamte nicht-Express-Post seit 2001 nur per Bahn transportiert. Am Hauptbahnhof existieren eigene Postbahnsteige, zum Rangieren diente E-Oldtimer Uf 858, welcher 1955 gebaut und 1990 noch einmal modernisiert worden war.




Uppsalapendeln 2213 fuhr um 7:50 geführt von Rc6 1370 in den Bahnhof ein.




Rc6 1381 hatte nachgeschoben.




Den Abschluss machte der nur werktags verkehrende Zug 225 aus Uppsala, diesmal mit Doppeltraktion inklusive Rc3 1060 an der Spitze. Danach spazierte ich zurück zum Frühstücken in das Hotel.




Wir begannen den Tag wieder einmal in der Heim-U-Bahnstation Odenplan.




Es ging mit der grünen Linie T18 Richtung Farsta strand bis zur Station Slussen im Stadtteil Södermalm. Hierzu muss man wissen, dass - obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht - Gamla Stan von zwei verschiedenen Gewässern umgeben ist: dem See Mälaren im Westen und der Ostsee. Um die Pegelunterschiede auszugleichen, existiert hier (rechts außerhalb des Bildes) seit dem 17. Jahrhundert eine Schleuse ("Slussen"). Gleichzeitig ist es der Verkehrsknotenpunkt im Süden der Innenstadt. Auf der anderen Seite der Brücke, welche von gleich zwei U-Bahn-Linien - außerhalb des Zentrums mit mehreren Ästen - genutzt wird, liegt sofort die Station Gamla Stan. Zur Orientierung noch einmal das T-Bana Netz: http://de.wikipedia.org/wiki/Tunnelbanan#mediaviewer/Datei:Stockholm_metrosystem_map.svg




Nicht, dass ihr glaubt, dass das vorherige Bild gefälscht war: so sah es ein paar Sekunden später aus! Das nennt sich skandinavische Einöde... wenn man dort den Tag lang wartet, lässt sich bestimmt ein genau passendes 4-fach Bild einfangen. Es war definitiv kein Zufall gewesen, dass ich auf der Brücke auch schon in den paar Sekunden vom Flugzeug aus einen Zug erwischt hatte.




Ich traf nur noch die ab 1997 gebaute Baureihe C20 im Einsatz.




Man merkt hier am besten, dass Stockholm nicht flach ist.




Blick Richtung Djurgarden, links das wohlbekannte Nordische Museum.




Rechts Gamla Stan, in der Mitte die Binneninsel im Mälaren Riddarholmen, schattig im Hintergrund das Rathaus und der Hauptbahnhof. Die bekannte historische Wikingersiedlung Birka liegt ebenfalls im Mälaren. Leider wurde die Södra Järnvägsbron etwas tiefer als die Straßenbrücke daneben gebaut, daher ist von der Perspektive kein freier Blick auf die Sammanbindningsbanan möglich.




Alte Telefonhütte in Södermalm.




Die Katarina kyrka stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert, wurde aber nach mehreren Bränden wieder aufgebaut.




Das nächste Highlight des Tages: die Saltsjöbanan, die hauptsächlich eingleisige, von SL betriebene Bahnstrecke Slussen – Saltsjöbaden mit kurzer Stichbahn nach Solsidan. Die Bahn erlangte in letzter Zeit ungewollt internationale Berühmtheit durch den "Putzfrau-Unfall".
Hier der Gemeindebaublick:




Wir bestiegen den Aussichtshügel Fafängan ("Eitelkeit"), die Bahn führte daneben vorbei, einst hatte es hier auch eine Station und einen Bahntunnel durch den Berg gegeben.




Die nächste Garnitur Richtung Slussen näherte sich vom östlichsten Zipfel Södermalms mit Hebebrücke.




Der Betrieb wurde durch Fahrzeuge der Baureihe C10 (Motorwagen) - C11 in Doppeltraktion bestritten. Es handelt sich hierbei um auf den Oberleitungsbetrieb mit 750V Gleichstrom angepasste U-Bahn-Wagen.




Blick Richtung Östermalm mit "Wikingerschiff". Rechts erkennt man im Schatten das Vasa-Museum, davor den alten Eisbrecher, dessen Brücke ich am Tag zuvor besucht hatte. Das Foto in die Gegenrichtung ist im vorherigen Bericht zu finden.




Einen Tag vorher hatte Viking Line "Mariella" am Terminal gelegen, nun war es "Gabriella". Gamla Stan im Hintergrund.




Ein Zug von Slussen passierte das liebliche Ensemble, fast konnte man vergessen, dass darunter die Autobahn lag.




Holzhäuser stimmten auf das Landleben ein.




Später kamen wir zum zweiten Mal am Königspalast auf Gamla Stan vorbei, es fand gerade die Wachablöse statt.




Als ehemaliger Gardist darf ich anmerken, dass freie Sicht vermutlich schon essentiell für den Dienst ist.




Nana, ist ja kein Grund gleich davonzulaufen...



Im nächsten Teil verabschieden wir uns mit weiteren Panoramen von Stockholm und starten mit der ersten Fernzugfahrt unsere große Skandinavienrunde!
lg,
Roni

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Re: ScanRail Tour 2004 - 3: Stockholm C - Saltsjöbanan (50 B.)
« Antwort #1 am: 24. Juli 2014, 14:53:05 »
Traumhafte Bilder wie immer. Herzlichen Dank Roni
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle