Autor Thema: ScanRail Tour 2004 - 10: Trondheim (50 B.)  (Gelesen 1397 mal)

Roni

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ScanRail Tour 2004 - 10: Trondheim (50 B.)
« am: 28. September 2014, 18:17:44 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
ScanRail Tour 2004 - 9: Nordlandbahn (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3651.0


ScanRail-Karte mit dem bisherigen und aktuellen Reiseverlauf:
http://raildata.info/sca04/sca0410k.jpg


14. 7. 2004

Wir erwachen in der mit etwa 180000 Einwohnern drittgrößten Gemeinde Norwegens, sie wartete mit süßen Erdbeeren - dort auch Tronderbaer genannt - und stinkendem Fisch auf.




Der gotische Nidarosdom (der frühere Name Trondheims) war im 19. Jahrhundert baufällig und massiv renoviert worden. Im Mittelalter und 1818 bis 1906 fanden hier Krönungen der norwegischen Könige statt.



Das Innere der Var Frue Kirche.




Turmblicke auf die im Vergleich zum Norden belebte Stadt.




Richtung Meer befindet sich der Marktplatz, der Hauptplatz der Stadt, mit Säule und Statue des Stadtgründers und Wikingerkönigs Olav I Trygvason, dahinter die Bahn und die Insel Munkholmen.




Blick über den Trondheimsfjord.




Am Abend vor sieben fand ich mich am Hauptbahnhof ein.




Ich düste mit einem Bm 92 der Tronderbanen bis Hommelvik.




Bald musste ich den Komfort des für mitteleuropäische Verhältnisse überbreiten Duewag-Triebwagens verlassen und wurde im strömenden Regen am Fjord abgesetzt.




Ach was, Zähne zusammengebissen, Regenschirm unter die Arme geklemmt, und geht schon - wozu sind wir denn hier?
Bm 92 15 mit Steuerwagen 92 91 kam im Nabotaget-Design als Verbindung aus Östersund. Der Zug wurde nach Heimdal an der Dovrebahn im Süden Trondheims durchgebunden.




Hommelvik hatte ich gewählt, da sich hier eine fast perfekt hufeisenförmige Bucht gebildet hatte, der die Bahn in ebensolcher Form meist direkt an der Küste folgte. Dadurch ergab sich natürlich auch ein perfektes Vorwarnsystem für Züge. Wie aus den grafischen Fahrplänen erwartet rauschte alsbald die CargoNet-Doppeltraktion auf den ersten Kilometern ihrer Fahrt nach Norden heran, ich hatte den Zug ja schon am Tag zuvor erwischt.




Die lange Wagenschlange zog sich durch die regnerische aber stimmungsvolle Fjordlandschaft. CD66 406 führte den Zug an, sie hatte ich gestern noch mit dem Nordfahrer bei Lonsdal gesichtet.




Ich blickte mich am Strand um, es war unglaublich wie verschmutzt sich alles präsentierte. Es musste hier der Dreck bis aus Florida angespült werden, dass man selbst im reichen Norwegen nicht mit der Müllbeseitigung nachkommt. Plötzlich überraschte mich ein Güterzug Richtung Trondheim.




Gut, dass man das Gespann noch einmal sehen konnte, es wurde gebildet aus einer CD66-Doppeltraktion mit einer Di 8 im Schlepptau.




Um 21:30 stand der nächste Zug der Tronderbanen nach Steinkjer auf dem Programm.




Bm 92 und neuer Bootshafen.









Nun wartete ich auf den Tageszug aus Bodo, der am Tag zuvor ja auch verfrüht angekommen war. Um 21:50 rauschte Di 4.653 auf den letzten 25 ihrer 729 km langen Reise an mir vorbei.




Mit vollem Hufeisenfjordblick.




Für den Nachtzug Trondheim - Bodo mit der Zuglok unseres Tagzuges von gestern - Di 4.654 - stieß ich um 22:38 mit der EOS 300D schon auf die Grenzen des Machbaren.




Bm 92 07 hatte mich um halb zwölf sicher zurück nach Trondheim gebracht.




Trondheim S liegt direkt am Nidelva-Kanalhafen im Norden der Innenstadthalbinsel Trondheims. Finsterer wurde es auch hunderte Kilometer südlich des Polarkreises um die Jahreszeit nicht. Das Leuchten im Himmel ließ jedenfalls auf zumindest teilweise bessere Wetterepisoden in den folgenden Tagen hoffen, ich schlüpfte für eine kurze Nacht ins nahe Hotelbett.





15. 7. 2004

Am nächsten Morgen bereitete sich die schon wohlbekannte Di 4.653 auf den Frühdienst am Tagzug nach Bodo vor - farblich besser abgestimmt kann eine Szenerie doch wohl kaum sein!
Die M/K "Bjugnskjaer", welche 1952 in einen Fischkutter umgebaut worden war, wird übrigens gerade für 200000 Kronen zum Verkauf angeboten, wer interessiert ist. ;-)




Rangierarbeit in Trondheim S.




El 18 2261, Vorletzte der Serie, kam um 6:58 überpünktlich mit dem Nachtzug 405 aus Oslo an. Die El 18 waren 1996-97 von SLM und ABB basierend auf der Lok 2000 geliefert worden, mit leicht verringerter Leistung, dafür Modifikationen für die nordische Kälte.




Wer bisher schon genau schaute, hat bereits in den Nachtzügen der Nordlandbahn schwedische Schlafwagen entdecken können - so auch im Zug 405 aus Oslo.




Es besteht Verbindung zum Tagzug nach Bodo.




Der Zielort von Bm 92 02, Lerkendal und das gleichnamige Stadion, liegt an der Güterumgehungsbahn im Osten Trondheims und kann vom Hauptbahnhof über das Gleisdreieck bei Stavne erreicht werden.




Die Nachtzuggarnitur wurde von Di 2.832 übernommen, diese Baureihe war zunächst in sechs Exemplaren von MaK ab 1954 gebaut worden, der Rest der insgesamt 54 Lokomotiven bis 1973 von Thune in Oslo.




Um 7:40 donnerte Di 4.653 aus der Station.




Planmäßig traf sich der Tagzug mit dem Nachtzug, der ein paar Minuten später mit Di 4.652 ankam, genau auf der kurzen zweigleisigen Sektion aus Trondheim S heraus.




Schon am Abend zuvor hatte ich CargoNet El 14 2190 ebendort erwischt.




Nun schaute ich mich ein wenig am Kanalhafen um - und traf wieder genau eine El 14 auf der tatsächlich etwas gewölbten Kanalbrücke an der südwestlichen Ausfahrt des Hauptbahnhofes.




Manchmal spielt einfach alles zusammen - Sonne, ein schöner Standpunkt und eine El 14 mit Containerzug - was will man mehr?
"Der letzte Wiking" oder auf Deutsch auch "Die Lofotfischer" ist der bekannteste Roman von Johan Bojer aus dem Jahr 1921.




Ich verließ den Kanalhafen für ein stärkendes Frühstück im Hotel.




Wir starten den zweiten Besichtigungstag an der prominentesten Sehenswürdigkeit Trondheims, den auf Pfählen direkt an der Nidelva gebauten Altstadthäusern.




Als nächstes stand - was sonst in Skandinavien? - wieder einmal ein Freilichtmuseum am Programm, das südwestlich etwas außerhalb liegende Sverreborg Trondelag Folkemuseum. Hier wurden 80 historische Gebäude zusammengetragen, wir blicken über Wald, Wiesen und Häuser (wobei das hier nicht so einen Unterschied macht) Richtung Trondheim. Die alten Norweger wussten schon, wie man ökologisch nachhaltig isoliert.




Wie kommen die Löcher ins Brot?




Eine Schiwerkstatt darf natürlich auch nicht fehlen.




Wir gingen zurück Richtung Zentrum - ich kann Kunst viel abgewinnen, aber die Aussage hinter Seehunden, die Wasser auf ein Hinterteil spritzen, blieb mir verborgen... ;-)




Hier trafen wir auch auf die Meterspurstraßenbahn Trondheims, die 8,8 km lange Grakallbanen ins ländliche Lian. Wenn schon skandinavische Nebelscheinwerfer an einer Straßenbahn angebracht werden müssen, weiß man, dass es ernst ist. ;-)




Triebwagen 100 ist eines von 11 LHB/Siemens Fahrzeugen, die 1984/85 beschafft worden waren. Bald danach drohte der Bahn die Einstellung, doch hatte die Gemeinde sie 1989 gerettet. Bis 2005 wurde sie von AS Grakallbanen betrieben, dann von Connex (heute Veolia) übernommen.




Die Bahn verfügt über historische Triebwagen für Sonderfahrten, wie hier die 1958 von Strommen/NEBB gebaute Nummer 29.




Der Zug war mitsamt des 1951 von Hasselt produzierten Beiwagens 71 gut besetzt und arbeitete sich an den hölzernen Villen vorbei bergwärts. Darunter sind die Gleise der Dovrebahn am Ufer der Nidelva zu erkennen.




Ich blieb eine Weile am Fluss.




Auch Bm 92 vom Hauptbahnhof in den Süden Trondheims kamen vorbei.




Zeit für eine neue Baureihe: ein markanter Bm 73 "Krengetog" (Neigezug) kam pünktlich als Zug 41 aus Oslo.




An der Westausfahrt des Kanalhafens befindet sich die 1918 eröffnete Klappbrücke Skansenbrua, hier erwischte ich den Gegenzug 44 Richtung Oslo kurz nach Abfahrt von Trondheim S.




Rangierfahrt mit Bm 93 für den bereits bekannten Zug 477 nach Mo i Rana vorbei an der der Haltestelle Skansen direkt neben der mächtigen Brücke.




Dort konnte ich mich während des anschließenden heftigen Schauers unterstellen und auf die Abfahrt des Zuges 46 nach Oslo um 16:10 mit Bm 73 010 / 73 810 / 73 210 / 73 110 warten. Die grünen Signale zeigen wohl nur die Befahrbarkeit der Brücke an.


Im nächsten Teil setzen wir unsere Fahrt nach Süden mit einem berühmten Abstecher fort! :-)
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2014, 12:34:32 von Roni »
lg,
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Re: ScanRail Tour 2004 - 10: Trondheim (50 B.)
« Antwort #1 am: 29. September 2014, 17:34:03 »
Danke fuer die tollen Bilder.
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle


Roni

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Re: ScanRail Tour 2004 - 10: Trondheim (50 B.)
« Antwort #2 am: 01. Oktober 2014, 16:06:40 »
Danke dir für deine Antworten!  :)
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