Autor Thema: ScanRail Tour 2004 - 12: Raumabahn (50 B.)  (Gelesen 1021 mal)

Roni

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ScanRail Tour 2004 - 12: Raumabahn (50 B.)
« am: 23. Oktober 2014, 17:36:06 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
ScanRail Tour 2004 - 11: Trolle im Nebel (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3656.0


ScanRail-Karte mit dem bisherigen und aktuellen Reiseverlauf:
http://raildata.info/sca04/sca0412k.jpg



16. 7. 2004

Mit dem letzten Licht auf den Bergspitzen verabschiedete sich der Tag ...





17. 7. 2004

... und grüßte am nächsten erneut mit Sonne. Ich unternahm einen Morgenspaziergang und ging auf dem Romsdalsvegen drei Kilometer in das Raumatal zwecks Stellenerkundung. Beim Mjelva Campingplatz wurde ich fündig. Es war Samstag, der erste Zug des Tages - 2342 - verließ erst um 9:38 Andalsnes und passierte um 9:44 den Eingang des Isterdalen. Am Ende dieses Paradebeispiels eines eiszeitlichen Trogtales lagen die schon bekannten Berge Bischof, König und Königin, die wir schon von der Trollstigen aus der Nähe bewundert hatten.




Während ich auf Tour war, spazierte das "dritte Händchen" am Rangierbahnhof vorbei. Da es das einzige Sichtungsportrait einer - OK, zweier - Di 8 auf der Reise blieb, kommt es auch in den Bericht.




Der nächste Planzug war erst für 13:32 angekündigt, also ging ich wieder in den Ort zurück und wir aßen gemeinsam auf einer Restaurantterrasse zu Mittag. MS "Adriana" war 1971 als erstes griechisches Kreuzfahrtschiff unter dem Namen "Aquarius" vom Stapel gelaufen und später - 1987-97 - als "Adriana" bei der Jadrolinija im Einsatz gewesen. Heutzutage ist sie in der Karibik und im Schwarzen Meer unterwegs.




Um 12:20 rückte 63a 2770 (Henschel #28322 / 1944) aus dem Schuppen aus.




Es wirkte fast als würde die Lok entlang des Fjords von der Mannschaft Gassi geführt werden... ;-)




Für Zug 2341 ging ich vor zu einem Motiv, das ich in der Früh bei Akeshjellen entdeckt hatte - den "Busserltunnel" der Raumabahn, noch dazu in einer fotogenen S-Kurve gelegen.




Im Hintergrund: das Massiv des 1852 m hohen Store Venjetinden.




Auch der hintere Führerstand war besetzt.




Mittlerweile fing des 3. Händchen mit der Kompaktkamera die Dampflok-Vorbereitungen in Andalsnes ein.




Durch die Blume gesehen.




Kaum war der Talent eingetroffen, fuhr die wunderbare Garnitur aus.




Ich erwartete sie auf der Straßenbrücke bei Akeshjellen.














Weiter ging es ins wilde Raumatal bis Bjorli.




Auch hier ist der Golfstrom merkbar.




Da nun genug Zeit blieb, nahmen wir ein Taxi, umfuhren den Isfjord und erreichten an Seen vorbei den Rodvenfjord.









Ziel war die Rodven-Stabkirche, welche ohne neuere Restaurierungen erhalten ist. Mehr darüber hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stabkirche_R%C3%B8dven




Daneben war Anfang des 20. Jhdts. eine neue Kirche eingeweiht worden, seitdem wird die Stabkirche vom Altertumsverein verwaltet.



















Kühe am Rodvenfjord.




Besonders prägnant für den Bau sind die diagonalen Stützen.




Der Innenraum war im 17. und 18. Jhdt. bemalt worden, das Kruzifix stammt aus dem 13. Jhdt.









Auf der Rückfahrt sichtete man Vehikel aus heimischen Gefilden.




Zurück in Andalsnes konnten wir uns noch etwas in der Nachmittagssonne wärmen, unser Zug 2346 würde erst um 17:22 abfahren.




Der Dampfzug kehrte um 17:09 zurück, leider wurde die Drehscheibe in Bjorli nicht genutzt.









Der Konduktör mit seinem stolzen Zug.




Geduldig warten, bis die Sonderfahrt den Weg geräumt hatte.




Es geht nun auf die 114 km lange Raumabahn, welche 1924 fertiggestellt worden war. Das Plakat hing an einer Türe im Innenraum des Bm 93.
Genauer Streckenverlauf: http://de.wikipedia.org/wiki/Raumabanen




Die Bilder wurden mit Kompaktkamera und meist bei der Hinfahrt am Tag zuvor angefertigt.
Auch das kann ein Talent sein, diesen Sitzluxus kann man sich als Holzklassen-gewohnter Mitteleuropäer gar nicht vorstellen...




Im Raumatal beginnt die Fahrt sogleich spektakulär entlang der 1000 m hohen Trollveggen (Trollwand).




Oft türmen sich massive Felswände entlang des Tals auf.









Bahn und Straße führen in der Sektion meist nah nebeneinander.




Manchmal tauchen Wasserfälle wie direkt aus einer Fantasiewelt auf.




Auf der Kyllingbru wird die Rauma erneut überquerrt, danach gewinnt die Strecke schnell durch Kehren und Kehrtunnel an Höhe - links sieht man auf der anderen Seite des Tales die Strecke.




Nach Bjorli verlässt man das Raumatal und klettert durch das weite Tal des Flusses Lagen bis auf 659 Meter Seehöhe nach Dombas.




Bm 73 005 holte uns als Zug 46 um 18:52 nach Oslo ab, links der Tunnel der Raumabahn und die Betankungsanlage.




Um 20:45 gab es in Lillehammer eine kleine Pause. Anlässlich der Olympischen Spiele 1994 hatte der alte Bahnhof noch einen modernen Anbau erhalten.



















Ab Hamar hieß es dann nicht mehr "tid for tog", sondern "tid for buss"... in der Sommersaison wurde um Oslo intensiv gebaut, wir kamen auf dieser Reise nie mit dem Zug in der Hauptstadt an. Der Schienenersatzverkehr war natürlich gut organisiert, ab Hamar ging es auf der teils zweispurigen, verkehrsarmen Hauptstraße südwärts. Wir waren fast alleine unterwegs - tja, fast, denn genau vor uns fuhr ein Pensionistenpärchen im Kombi. Und diese bremsten sich auf allen einspurigen Abschnitten, wo man nicht überholen konnte, extrem ein - auf den zweispurigen Sektionen wiederum wurde derart Gas gegeben, dass unser Bus die nötige Überholgeschwindigkeit nicht erreichen durfte. Dieses Spielchen wiederholte sich ein paar Mal, bis es unserem Busfahrer endgültig reichte: er fuhr fast bis auf die Stoßstange des Kombis auf und leuchtete ihnen anschließend mit den mächtigen skandinavischen Scheinwerfern das Wohnzimmer aus. Danach war das Überholen seltsamerweise kein Problem mehr...




Um Viertel nach elf erreichten wir eine halbe Stunde nach theoretischer Planankunft direkt den Hausbahnsteig von Oslo S. Zu unserem netten Hotel hatten wir es glücklicherweise nicht weit, einzig weniger nett war, dass man sich den Weg dahin müde nach einem langen Tag durch das recht aggressive Rotlichtmilieu vor dem Bahnhof bahnen musste.


Im nächsten Teil verweilen wir nur kurz in Oslo, dann geht es weiter auf Tour! :-)
lg,
Roni

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Re: ScanRail Tour 2004 - 12: Raumabahn (50 B.)
« Antwort #1 am: 24. Oktober 2014, 03:45:00 »
traumhafter Bilderbogen.

Danke.
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle