Autor Thema: US Roadtrip 2017 - 9: Canyons und Schlaglöcher (50 B.)  (Gelesen 334 mal)

Roni

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Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
US Roadtrip 2017 - 8: Ohne Hilfe geht nix, an der Route 66 (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3836.0


Das Video zur Serie (bitte auf 1080p Qualität / Vollbild stellen):
https://youtu.be/W5HFQsdVA0o

Wild-West-Galerie:
http://raildata.info/nnry17

Multimedia Diashow:
https://youtu.be/3Zw2d6o1lmk




22. 2. 2017

Ich wartete im Kingman Canyon auf einen Zug Richtung Westküste - und siehe da, 25 Minuten später war es so weit! Zwar fuhr er am unteren Gleis, aber das Motiv bekam man genauso ins Bild.




Angeführt wurden die drei Loks von der BNSF Dash-9 (GE C44-9W) Nummer 5000 in alter Lackierung, im August 2004 kurz vor dem BNSF-Rebranding ausgeliefert, dahinter die Route 66.









Die Camper rechts unten waren bereits am einpacken, und auch ich bewegte mich wieder hinunter. Wenn in beide Richtungen auf dem unteren Gleis gefahren wurde, wollte ich nicht den nächsten Zug auch aus einer ähnlichen Perspektive machen.




Kaum an der Straße, kam schon der nächste Westfahrer.




Diesmal ein gemischter Zug, angeführt von der neuen BNSF 3947 (GE ET44C4) und der brandneuen 4270 (GE ES44C4).




Panorama mit "Santa Fe"-Brücke. :0)




Das dritte Händchen erwischte seitlich den Rest der führenden Lokomotiven, CSX 414 (GE AC44CW / gebaut 1999) sowie als Schmankerl BNSF 155. Dies ist eine EMD GP60M (gebaut 1990), die letzte vierachsige GM-Baureihe. Sie war eine echte ATSF-Lokomotive und trug noch das Santa Fe "Warbonnet"-Design, ehe sie etwa vor einem Jahr umlackiert worden war.




Erst der zweite Zug mit Schublok, den ich hier sichtete, und wenigstens auch etwas Interessanteres: Citirail Express (CSEX) 1414 (GE ES44AC), eine Leihlokomotive.









Im Hintergrund das Ende der einsamen Canyon-Sektion, hier trifft der Interstate 40 dazu.




Wir fuhren ein Stück Richtung Kingman, doch kamen nicht weit, denn 10 Minuten auf die letzte Fuhre vernahm man schon die nächste. Es blieb nur schnell stehenzubleiben, denn schon war der nur mit zwei Loks bespannte Autozug nach Westen da.




Eigentlich war für den Vormittag die Gegend um Valentine eingeplant, doch da wir nun statt gestern im Kingman Canyon gewesen waren, beschlossen wir schneller auf dem Interstate weiterzufahren. Stattdessen deklarierten wir dieses kleine Sträßchen als unsere persönliche Route 66 - es hatte auch mehr Charakter.




Nahe dem Bahnhof Kingman steht die mächtige ATSF 3759, 1928 - 18 Jahre nach unserer Nevada Northern "Westernlok" #40 - ebenfalls von Baldwin produziert.
https://en.wikipedia.org/wiki/Santa_Fe_3759

Eine weitere Lok der Baureihe, 3751, befindet sich noch in betriebsfähigem Zustand: https://en.wikipedia.org/wiki/Santa_Fe_3751














Die auf dieser Strecke eingesetzten "Northern" 2'D2' h2-Personenzug-Maschinen wurden 1936 auf Ölfeuerung umgebaut, 1938-41 die Treibräder durch 80 Zoll (2,032 m) große ersetzt. Zum Größenvergleich: die deutsche 01 hat 2 m hohe Räder.




Wir erkundeten den Ort noch ein bisschen...




Einige ältere Gebäude stehen noch: am Mohave County Gerichtshof könnte man meinen, man wäre in der Toskana - doch das ist kein Fiat Panda.




Wir düsten weiter auf dem Interstate 40 - dachte man zumindest... In der Bergsektion gerät man plötzlich für viele Kilometer auf eine übelste Schlaglochpiste (nicht im Bild), auf der mehrspurigen Straße konnte man den Löchern kaum ausweichen. So eine Autobahn habe ich noch nie erlebt, nicht einmal die auf Kuba - das erinnerte eher an Nebenstraßen in der Ukraine.




In Seligman sahen wir etwas Gemischtes stehen...




... im wahresten Sinne des Wortes: BNSF 8051 vor der 715 (Dash 9, gebaut 1997) im klassischen Santa Fe "Warbonnet"-Design, gefolgt von einer Norfolk Southern-Maschine und Wagen im grünen Burlington Northern-Anstrich. Dazu noch eine Lok im BNSF-Altlack am Ende des Zuges.
Eine der ikonischsten Lackierungen der Bahngeschichte, der an nordamerikanische Ureinwohner erinnernde "Federschmuck", wurde 1937 für den thematisch gestalteten "Super Chief" - den Vorgänger des heutigen Amtrak-Zuges auf der Strecke - entworfen.
Mehr darüber (auf Englisch): http://www.american-rails.com/warbonnet.html




Weiter ging es...




... nach Williams, in dessen Zentrum das Route 66-Geschäft ausgereizt wird.









Williams ist der südliche Endpunkt der Grand Canyon Railway Museums-/Touristenbahn.



















Das ist nicht die BNSF-Hauptstrecke, auf diese trifft man erst in Williams Junction östlich des Ortes. Die Amtrak-Station, wo der "Southwest Chief" hält, befindet sich ebenfalls dort.




Die Grand Canyon Railway verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Personenwagen aus unterschiedlichen Jahren.
Mehr Info: https://www.thetrain.com/the-train/train-equipment




Dampfzüge werden mit Harriman Pullman-Wagen von 1923 gefahren.




Jedoch wurde der regelmäßige Dampfbetrieb aus unterschiedlichen Gründen 2008 eingestellt.
Einzelne Fahrten finden jedoch noch statt, wie diese tolle Lerro Photography-Fotofahrt nur wenige Wochen zuvor (von den Veranstaltern wurden auch ausnahmsweise ALCo FPA-4 Dieselloks am Planzug eingesetzt), hier sehr nette Videos davon:
https://youtu.be/cGSWaIiqLeE?t=33m20s
https://youtu.be/1TENsqgTq-w




Nicht mehr betriebsfähig ist die 1917 gebaute ALCo Mikado #539.














Auch der schöne Bahnhof wird touristisch gut genutzt.














Vor der Weiterfahrt kehrten wir in eine Mikrobrauerei nebenan ein - man muss sagen, dass sich die USA hier wesentlich gebessert haben. Wir besuchten mehrere Brauereien auf der Reise, das Angebot ist umfassend und trinkbar (ich tat es natürlich erst am Ende der Fahrt). Ebenso findet man überall nette Lokale - wir waren praktisch nie in einer der bekannten Fastfood-Ketten und haben immer gut gegessen. Keine Ahnung, wieso manche auf Reisen nur diese Ketten ansteuern.




Wir fuhren nun 50 Meilen nördlich auf der Route 64 nach Tusayan, wo wir im "Grand Hotel at the Grand Canyon" Logis bezogen. Auf der Toilette im Zimmer fand sich die rechte Aufschrift, an einer öffentlichen die linke - naja, mit Fremdsprachen hat man es hier nicht so... ;-)




Das Wetter am Nachmittag war durchwachsen - Brandgefahr gering im "Kebap-Wald".




Dennoch fuhren wir in den Nationalpark, an einer Ranger-Station nördlich von Tusayan galt es das Ticket zu lösen. Denn - der Zug stand noch am Programm.




Im nördlichen Endbahnhof der Grand Canyon Railway, Grand Canyon Village am Südrand - und offensichtlich hauptsächlich genutzt durch TouristInnen aus Asien.




Ein letztes Selfie geht noch.




Der Endpunkt - Bahnhof gibt es nicht wirklich - besteht aus zwei Gleisen, sowie einem Gleisdreieck zum Wenden ohne Umsetzen.




Die täglich eingesetzten Lokomotiven sind GM-EMD F40PHR, gebaut 1979, welche bis in die 1990er von Amtrak im Fernverkehr eingesetzt worden waren.




Das dritte Händchen fing die Abfahrt ebenfalls ein, ich filmte (siehe Video bei Minute 31:44).




Nachschuss auf die Aussichtswagen (siehe Train Equipment-Link oben), links geht es ins Gleisdreieck.




Gleich daneben findet sich dies... für den nächsten Tag, an dem wesentlich besseres Wetter angesagt war.
lg,
Roni

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