Autor Thema: US Roadtrip 2017 - 12: Bögen und Kurven (50 B.)  (Gelesen 182 mal)

Roni

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US Roadtrip 2017 - 12: Bögen und Kurven (50 B.)
« am: 25. Juni 2017, 20:29:45 »
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
US Roadtrip 2017 - 11: Monumentaler Zephyr (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3842.0


Das Video zur Serie (bitte auf 1080p Qualität / Vollbild stellen):
https://youtu.be/W5HFQsdVA0o

Wild-West-Galerie:
http://raildata.info/nnry17

Multimedia Diashow:
https://youtu.be/3Zw2d6o1lmk




25. 2. 2017

Wir befinden uns im Arches Nationalpark bei Moab, Utah. Vor den verschneiten La Sal Mountains sieht man "versteinerte" Sanddünen.




Wir fuhren ein Stück auf der Parkstraße und parkten an der Wolfe Ranch. Von hier aus gibt es eine kleine Wanderung...
Hier die offizielle Übersichtskarte des Nationalparks: https://www.nps.gov/arch/planyourvisit/upload/archmap.pdf




Unterwegs trifft man auf künstliche wie natürliche Tierdarstellungen. Die Petroglyphen der Ute datieren aus dem 17.-19. Jahrhundert, manche zeigen Reiter.




Man wandert eine Felsfläche hinauf, dann durch einen sandigen Einschnitt.




Letztendlich geht es am Fels entlang.









Und da ist er, der Delicate Arch - der zierlichste der vielen Steinbögen in der Region.









Schön ist hier auch der Sonnenuntergang, aber im Winter bei Minusgraden und eisigem Wind war das nicht wirklich eine Option.




Größenvergleich.




Wir fuhren weiter zum Fiery Furnace.









Näher an Moab befindet sich eine Gruppe von Bögen, hier das North Window.




So bildeten sich die Bögen:
http://raildata.info/us17/us171214x.jpg

Rechts ein vertikales iPhone-Panorama im North Window, oben befindet sich schon fast wieder der Boden.




Blick Richtung Double Arch.




North und South Window links, Turret Arch rechts - ich taufte ihn jedoch aufgrund der Form der Öffnung "Afrika-Bogen".




Vom Nationalpark windet sich die Parkstraße in einigen Serpentinen hinab.
Rechts sieht man den Potash Branch, im Hintergrund den Colorado River. Die braune Fläche vor dem Fluss ist der "Moab Uranium Mill Tailings Pile", die Reste von Uran-Bergbau an den größten Vorkommen der USA, der hier von 1952 bis 1984 betrieben wurde. Und es ist auch ein Grund, warum hier noch Züge fahren, denn in einem aufwändigen staatlichen Projekt wird mit mehreren Zügen pro Woche alles in ein Endlager bei dem an der Hauptstrecke gelegenen Crescent Junction verfrachtet. Die Beladung der Züge findet hinter der Kurve rechts oben im Bild statt.

Da es sich um ein Regierungsprojekt handelt, wird alles offen und umfangreich dokumentiert:
Übersicht: http://www.gjem.energy.gov/moab/documents/factsheets/20160504OVERVIEW.pdf
Genaueres zur Planung: http://www.gjem.energy.gov/moab/documents/Crescent_Junction/RAS_RAP_July2008/RAS_RAPJuly2008.pdf
Website des Projekts: http://www.gjem.energy.gov/moab/general/general.htm




Es zogen nun mehr Wolken auf, Zeit um einzukehren. Wir labten uns in der Moab Brewery, von deren umfangreichem Angebot wir auch ein bisschen nach Hause mitnahmen.




Nachher wollte ich noch ein bisschen die Straße am Colorado River entlang fahren. Seit dem Hoover Dam waren wir ihm oft in einiger Entfernung gefolgt.




Links im Hintergrund kommt die Bahnstrecke aus dem Tunnel - doch wir kehrten um, in der Hoffnung, eventuell am nächsten Tag noch einmal zurückzukommen.




Auf dem Interstate fuhren wir bei schöner Sonnenuntergangsstimmung nach Green River zurück. Laut Amtrak-App im Hotel war der California Zephyr Richtung Westen wieder zu früh unterwegs, also schon längst vorbei.






26. 2. 2017

Am herrlichen Sonntagmorgen standen wir gegen 7:30 am angepeilten Standpunkt. Schon vorher hatte ich einen Rastplatz bei Crescent Junction ausgemacht, von dem aus man auf alle Strecken perfekte Sicht hatte. Hier der Potash Branch hinter der Straße Richtung Moab, im Hintergrund der Arches Nationalpark und die La Sal Range mit leichter Wolkenhaube. Es bestand an dem Tag eine Chance, dass der Potash Local fahren würde, doch jede Woche verkehrte der leider nicht.




Einen Zug hatten wir sicher, und der kam mit der für einen Ostfahrer nur geringen Verspätung von etwa einer halben Stunde gegen 9 Uhr. Naja, ganz so sicher war das gar nicht, denn nach den Winterstürmen in Kalifornien nur wenige Tage zuvor hatte der Zug schon einmal einen halben Tag Verspätung - insgesamt weiß man also nie, was genau passieren wird.




California Zephyr #6 Emeryville - Chicago wand sich herrlich über die Kurven der alten Wüsten-Hauptstrecke durch die desolate Landschaft.




Ein Panorama von den Henry Mountains links über den Interstate 70 bis zum Zephyr, hier in größerer Auflösung für Details (im Browser auf 100% stellen):
http://raildata.info/us17/us171225x.jpg





Amtrak GE Genesis P42DC 195 und 120 zogen heute den Zug.














Crescent Junction. Links das Endlager für die Reste der Uranmine, rechts davon der UP-Zug, welcher diese befördert - darunter geht der Potash Branch rechts weg.









Der Zephyr fuhr an Papa Joe's Stop & Go vorbei weiter entlang des alten Highway Richtung Thompson im Hintergrund. Der nächste Halt ist erst Grand Junction, schon in Colorado, etwa zwei Stunden später.




Ziemlich lächerlich angesichts der Schlaglöcher anderswo auf der Reise. Immerhin habe ich einen schnell fliegenden Vogel auf einem Handybild erwischt. ;-)
Ebenfalls ein Feature mancher öffentlicher Toiletten im prüden Utah: Abtrennungen zwischen den Pissoirs.




Wir setzten uns nun im Auto an den Bahnübergang des Potash Branch und warteten bis nach Mittag, als wir uns relativ sicher sein konnten, dass nichts mehr kommen würde. Ebenfalls mussten wir den Reiseplan etwas ändern, denn am nächsten Tag war überall Schneesturm angesagt. Der Uranbergbauabfallzug stand die ganze Zeit unverändert da.




Hier zweigt der Potash Branch ab.




Ich ging auf einen Hügel, weiter durfte man laut Schildern nicht heran. Aber so kamen doch ganz nette Landschaftsbilder mit dem UP-Zug zustande.




Danach musste man allerdings die Schuhe von einer sehr tonhaltigen - hoffentlich nicht radioaktiven - Erde befreien.




Nun hatten wir noch einiges an Weg vor uns. Eigentlich hatte ich als Übernachtungsorte Price und am Montag Park City für den Echo Canyon geplant, doch angesichts der Wetteraussichten war das sinnlos. Ich kehre aber gerne mal wieder zur wärmeren Jahreszeit in die Gegend zurück, es gibt natürlich noch sehr viel zu erkunden. Wir blieben kurz am Parkplatz unseres Hotels in Green River stehen um noch einmal das WLAN zu nutzen und buchten uns gleich ab dem Tag in Salt Lake City ein. Ausflüge konnte man ja nach tatsächlicher Witterung immer noch unternehmen.
Hinter Green River fährt man auf die 6/191 nach Norden ab und folgt der Bahnstrecke.




Wir erreichten Carbon County - wie der Name schon sagt, geht es hier um Kohle. Zudem besitzt die Region die zweitgrößte Erdgasproduktion der USA.



 
Vorbei am Hauptort Price erreichten wir das historische Eisenbahnerstädtchen Helper, links sieht man verdeckt UP-Schiebeloks warten. In einem Café, wo ein paar Jugendliche Schach spielten, machten wir kurz Kaffeepause.









Natürlich hielt ich immer Ausschau nach Anzeichen für einen fahrenden Zug, aber hielt es am Sonntag für eher unwahrscheinlich.




Hier beginnt der Price Canyon.




Das Castle Gate.




Nolan Tunnels.




Auf 2279 m Seehöhe überquert man am Soldier Summit die Wasatch Mountains.




Auch ein Grund, warum ich vor dem Schneesturm hier vorbei wollte. Einen Fuchs schien der Tiefschnee nicht zu stören.




Nachdem man passend konstruierte Häuser passiert hat, geht es auf der anderen Seite wieder steil bergab.














Wir kurvten hinunter Richtung dichter bewohnter Gebiete...
lg,
Roni

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