Autor Thema: Finale im Südosten '17 - 19: Am griechischen Bahn-Olymp (50 B.)  (Gelesen 66 mal)

Roni

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Hallo!



Zum vorherigen Teil der Serie:
Tierischer Südosten '17 - 18: Fütterung am Gorgopotamos (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3863.0


Das Video zu dem Teil (bitte auf 1080p Qualität / Vollbild stellen):
https://youtu.be/ycE1bWePImU




27. 10. 2017


Ich verließ mein Hotel in Loutrá Ipatis bei Dunkelheit und kam kurz vor acht bei Iráklia an. Falls wer Platten von Euromarble braucht... Kurz nachdem ich mich dort eingeparkt hatte, hielten zwei Lieferwagen mit Handwerkern an, die schauten, ob ich nicht etwas in den Kofferraum packen würde. Auf meine Antwort, dass ich nur Fotografieren will und hier warte, zogen sie aber sehr freundlich von dannen.




Direkt an der Straße stehen war nicht so bequem, denn der Berufsverkehr Richtung Lamia düste ungebremst vorbei - auch dieses ehemalige Postauto.




Ich erwartete IC 51 Thessaloniki - Athen mit Planabfahrt 8:10 in Lianokladi. Doch er kam eine Zeit nicht, und die Online-Abfrage wurde ebenfalls nicht upgedatet. Das wurde schon etwas knapp mit dem Gegenzug, aber um 8:45 erschien er endlich in der Ferne beim Dorf Ano Vardates.




Bei der Station Trachis tauchte er in die Morgensonne.




Baumwolle, Oliven und spektakuläre Bergstrecke - wahrlich der griechische Eisenbahn-Olymp!









Die Sonne hatte kurz davor die Ebene erreicht, aufsteigende Dunstschwaden sorgten für zusätzlich mystische Stimmung.
























Die Straße führte schnurgerade zum Ausgang der Asopós-Schlucht, links die Thermopylen.




Schnell hingedüst und den einheimischen Frühwanderer gegrüßt.




Das Sidirodrom-Diadrom wird Ihnen gewidmet vom Dorferneuerungsverein der Gemeinde (Dímos) Gorgopótamos.




Es ging zunächst Serpentinen bergauf - dieser Thermopylen-Aussichtssessel war vermutlich nicht von der Gemeinde aufgestellt worden (iPhone-Panorama).




Dann den Eisenbahnpfad hinein. Es wurde schon kritisch für IC 50 aus Athen, der Lianokladi um 9:41 erreichen und eine Viertelstunde früher hier vorbeikommen sollte - da blieb kaum Gelegenheit die Blümchen zu bewundern. Um 9:28, ca. eine halbe Stunde Wanderzeit von der Straße, war der erste Punkt mit Blick auf die Bahn erreicht...




Erleichterung beim Online-Check: durch die Kreuzung mit IC 51 war IC 50 fünfzehn Minuten zu spät - und voilá, um 9:40:














Die hautfreundliche mediterrane Vegetation kennen wir ja schon von vielen anderen Reisen, meine Special Friends hier: die Kermes- oder Stech-Eiche - Büsche, die dermaßen dicht wachsen, dass abseits der Pfade kaum Durchkommen besteht. Und die stechenden Blätter haken sich derart geschickt ein, dass ich auf der Reise noch bis Rumänien Exemplare an möglichen und unmöglichen Orten im Gepäck entdeckt habe.




Ich hatte mich gefragt, ob das möglich ist - die Antwort lautet: ja! Die Fototasche eng umgeschnallt, auf einen eichenbewehrten Felsvorsprung gezwängt, und da ist das Panorama vom Ausgang der Asopós-Schlucht. Der Fluss fließt in der Ferne neben den Thermopylen in den Golf von Malia.




Blumenwiesen Ende Oktober und Höhlen in den Felswänden.









Es ist die einzige Tageszeit, zu der etwas dichterer Verkehr herrscht. IC 53 kam recht pünktlich wieder doppelt bespannt des Weges, doch Zeit dafür den Standpunkt zu wechseln blieb nicht, denn um 10:48 tauchte der ersehnte Schnellzug 884 nach Kalambaka auf.
Auch im Herbst bestrahlte die Sonne nun einen Teil der Schlucht, der Dunst sorgte für zusätzlich Lichtstimmung.



















Die Brücken sind ja alle sehr schön, aber das ist für mich das Top-Motiv der Strecke.




Und da taucht er noch einmal auf. Weiter folgte ich dem Pfad nicht, denn es lagen viele Gesteinsbrocken unter der Felswand, so etwas auf den Schädel bekommen ist sicher nicht lustig. Zudem waren schon sämtliche Züge und Stellen verplant...









Es ging wieder zurück.




Radtour über den Asopós.




Blick von Lamia ganz links hinten, über den Golf von Malia, den Asopós und die Thermopylen bis zur Eisenbahn-Galerie ganz rechts hinten.




Jetzt machte ich erst richtig Bekanntschaft mit meinen Freunden... in einer Serpentine geht ein Fußweg hinein, der metergenau auf Google Maps verfolgt werden kann, sogar wenn man sich zwischen den Büschen verläuft. Bei einer Abzweigung nimmt man die obere Variante, muss sich ein paar Mal sehr unbequem durch die Stachel-Eichen zwängen, und dann...




... hat man diesen Blick erreicht. Doch vor IC 52 aus Athen konnte ich noch ein bisschen dösen, denn er tauchte erst recht pünktlich um 12:33 auf.




Ein steinernes Denkmal an Yanis "Mittelfinger" Varoufakis... ;-)














Nun war wieder Warten angesagt, denn IC 55 nach Athen hatte eine Dreiviertelstunde Verspätung und tauchte erst um 14:05 auf. Dafür war die Sonne in der Zwischenzeit genau in das kleine, im Oktober optimale Zeitfenster gewandert und die 220er - Spitzname "Marlboro" - gut ausgeleuchtet.




Breitformat-Panorama mit Thermopylen-Blick.




Und als krönender Abschluss das Pano aus Hochformatbildern mit leichten Herbstfarben. Der Standpunkt befand sich übrigens auf dem runden Betondach eines Bunkers, rechts zu sehen.




Ich küsste den Boden des Feldwegs, als ich den Eichen entkommen war.
Vielleicht war es einfach die falsche Taktik, nicht nur die Spartaner setzten hier einst die Schildkrötenformation ein. *
(* weiß schon, historisch nicht korrekt, aber der war aufgelegt ;-))









Am Parkplatz lag diese fotogene Kirche. Es ging jetzt nach einem letzten Tankstopp für die Rückgabe 150 km über die Maut-Autobahn (die nicht immer eine ist) nach Norden. Mit verrückten einheimischen Autofahrern ist natürlich immer zu rechnen. Ich wollte eventuell IC 59 um 16:26 ab Larissa mit der thessalischen Ebene und Silhouette des Olymp einfangen, doch durch die starke Verspätung des IC 55 war das nur sehr knapp möglich. Ich kam zwar um die Zeit in der Nähe an, doch zur Stelle war es noch ein Stück, und die Online-Abfrage zeigte keine Verspätung an. Also ließ ich es bleiben und fuhr zum nächsten geplanten Platzerl...




Als Entschädigung gibt es Bilder des 2918 m hohen Olymp morgens vom "dritten Händchen" in Thessaloniki aufgenommen.




Mittlerweile hatte ich mich im Zentrum des kleinen Chálki verfahren, denn die Hauptstraße geht dort komplett unnachvollziehbar um mehrere Ecken. Ziel war dieser Bahnübergang in der thessalischen Ebene an der Strecke Volos - Larissa, 1960 von Meterspur konvertiert.




Der nicht mehr bediente Bahnhof von Chálki der ehemaligen thessalischen Eisenbahnen.




Irgendwie sahen die Gleise nicht so häufig befahren aus, wie sie es sollten, und es kam auch nichts zur Planzeit. Da ich eventuell den Proastiakós um 19:00 nach Thessaloniki erreichen wollte und zuerst noch das Auto in Larissa zurückgeben musste, packte ich langsam ein. Im Hintergrund sieht man ein seit Jahrzehnten nicht mehr genutztes Formsignal.




Doch da klingelte der Bahnübergang, und ein MAN/Hellenic Shipyards-Triebwagen als Zug 2571 Volos (17:25) - Larissa (18:13) düste mit ordentlichem Karacho um 18:13 vorbei.




Mein geplantes Abschiedsbild mit Zug auf der Brücke und Formsignal bei Abendstimmung schaffte ich noch. Den früheren Zug in Larissa erwischte ich aufgrund Abend-Staus knapp nicht mehr - Adieu, Griechenland... vorerst!
lg,
Roni

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