Autor Thema: Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 14: Suceava (50 B.)  (Gelesen 178 mal)

Roni

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Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 14: Suceava (50 B.)
« am: 01. August 2019, 10:21:46 »
Hallo!



Zum vorherigen Teil der Serie:
Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 13: Medgidia - Eforie (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3968.0


Das Video zu dem Teil:
https://youtu.be/Bggik8SiMIc




3. 8. 2018

Die Nacht verbrachte ich im Liegewagen des IRN 1953. Es befanden sich noch vier Damen im Abteil, aber es erwies sich als recht gemütlich. Die Luft war nicht schlecht, und man konnte durchschlafen.

Am Morgen kamen wir pünktlich um 7:33 in Suceava an, der Zug verkehrte noch weiter bis Suceava Nord.




Malaxa 770 944 war zur gleichen Zeit als R 5630 aus Dornești angekommen.




Im frühen Licht mit der Station Suceava, ehemals Burdujeni.




Wie wir uns von früheren Reiseberichten erinnern: ehemals der Grenzbahnhof des Königreichs Rumänien zur k.u.k. Monarchie, 1902 eröffnet. Auch heute wieder findet Rail Cargo Austria hierher.

Ost-Interregio '16-'18 - 24: Moldau, Bukowina, Čmelák, Kutter (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3892.0

Fürstlicher Osten '16-'18 - 25: Suceava - Iaşi (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3893.0






Zum zweiten Mal im Jahr 2018 (siehe Reisebericht oben) - nur bei sommerlichen Temperaturen, nicht tief verschneit - , suchte ich das empfehlenswerte Hotel Residenz auf. Die netten Damen an der Rezeption konnten sich noch an mich erinnern und versprachen mein Zimmer schon am Vormittag. In der Zwischenzeit ließ ich den Rucksack dort und besuchte für einen Espresso das Bahnhofscafé.

Davor fuhr IR 1752 Suceava Nord - București Nord 10 Minuten verspätet um 9:02 bespannt mit dem von Policolor Automotive bemalten "Majestätischen Vogel" 477 871 aus.




Eine halbe Stunde Verspätung hatte IRN 1838 Timișoara Nord - Iași und folgte im Blockabstand.




Mein nächster Zug war schon angeschrieben.




Beim E-P Rail Kutter 060 1502 wurde das Logo einfach auf die GFR-Lackierung geklatscht. Ihn werden wir später noch im Einsatz erleben.




Ich konnte nun mein Zimmer beziehen und kehrte nach zehn Uhr zum Bahnsteig zurück. R 5563 war aus Botoșani angekommen.




Es fiel mir schon im Winter auf: wieso tritt so ein abgewrackter Waggon die Reise als Kurswagen durch das halbe Land an, wenn man Fernverkehrswagen zur Verfügung hätte?




Mein RE 1384 nach Vadul Siret bestehend aus zwei verschrumpelnden roten IR-Wagen wurde bereitgestellt, man machte aber aus irgendeinem Grund keine Anstalten pünktlich abzufahren.




Letztendlich erbarmte sich kein Kutter, sondern 820 452, und setzte mich mit 40 Minuten Verspätung um 12:13 in Dornești ab. Im Hintergrund sieht man sie weiterfahren. Ganz links Breitspur-Kesselwagen, rechts davon Normalspur. Und - wie im vorherigen Teil versprochen - wieder ein netter Bauzug mit 60-0168.









Grund für den Bauzug: Bahnsteigserneuerung.




Ich spazierte durch den Ort. Auffallend war, dass dieser Teil der Bukowina doch etwas reicher erschien als andere Regionen Rumäniens. Hier lieferte man sich auf jeden Fall einen Kitsch-Wettlauf der Häuschengestaltung - alles wird doch nicht so ursprünglich sein.









Die Einfahrt aus Richtung Ukraine, links auf Arbeit wartende Breitspurfahrzeuge.




Danach ging ich etwas ins Zentrum und besuchte den örtlichen Supermarkt. Natürlich war man wieder mit den schon in Brașov gesichteten Grasmähgeräten im Park vor dem Rathaus zugange.




Leider kam in der Zwischenzeit kein ukrainischer Güterzug eingerollt, aber immerhin startete man den Breitspurverschub...




... mit ...




... estnischen Holzwaggons.
Im Warteraum fand man nicht wirklich Ruhe.




Fast pünktlich traf um 14:16 IR 380 Bukarest - Vadul Siret ein.




Die 82er brachte mich dann ebenso pünktlich mit IR 381 Vadul Siret - Bukarest nach Suceava Nord, wo umgespannt wurde. Der Zug wurde auf dem Abschnitt vor allem von Bahnarbeitern genutzt - in Sauna-artigen Zuständen, denn die Klimaanlage war ausgefallen.




Der traurige Status des Bahnsteigdaches, 2016 (siehe oben verlinkten Bericht) war es noch intakt gewesen.




Der Bahnhof Suceava Nord, damals Ițcani, war 1871 in der k.u.k. Monarchie errichtet worden... momentan schien das mächtige Gebäude leider dem Verfall preisgegeben zu sein.




Auf den Abstellgleisen fand sich mit CFR 58-1003 doch eine blitzsaubere ex-SNCF Garnitur - sonst waren nur komplett verschmierte Exemplare zu sehen, im Planbetrieb auch bei Brașov. Natürlich war am Straßenrand daneben wieder einmal jemand mit so einem Grasmähding zugange.




Ich passierte neue Vorort-Häuser. Am Feldweg entlang der Strecke überholte mich Končar-Lok 461 102 mit R 5737 Suceava - Cacica. Vorne Elektro-Coladose, hinten Diesel-Coladose: der Malaxa verkehrte anschließend alleine weiter als Kurs/Kurz-R 5635 Dărmănești - Dornești.




Die bis Dărmănești und weiter abzweigend elektrifizierte Strecke bietet eher flache, verwachsene Stücke, manchmal leicht hügelig daneben - allerdings an der Ostseite. Gut, dass die neue Umfahrungs-Brücke des DN2P nördlich von Ițcani noch Platz unter der Fahrbahn bietet.
Fünf Minuten nach meiner Ankunft kam unversehens - unser Bauzug aus Dornești des Weges. Auf manchen Bildern habe ich einen Betonpflock am Übergang entfernt, der wohl einst eine Höhenbegrenzung hielt.




Acht Minuten später grummelte es aus Richtung Ițcani... E-P Rail 060 1502 kennen wir schon.




Nun hieß es auf etwas Planmäßiges warten - würde das Highlight pünktlich bei Tageslicht erscheinen oder nicht?
Kurz vor sechs Uhr düste R 5736 Cacica - Suceava staubend und etwas verspätet über den trotz Straßenbrücke recht häufig genutzten Bahnübergang.




Pünktlicher erschien der einzelne Malaxa (stets der gleiche an dem Tag) als R 5634 Dornești - Suceava um 18:07.















Unser Zug sollte im 22 Minuten-Abstand von Dornești hinter dem Malaxa herkommen, doch noch zeigte sich nichts...










Endlich, gegen 18:40 erschien eine silberne Schlange in der Ferne - und da ist er!

Der in der Sommersaison circa einmal wöchentlich verkehrende IR 1003 Minsk - Warna:
https://www.vagonweb.cz/razeni/vlak.php?zeme=CFR&kategorie=&cislo=1003&nazev=&rok=2018





Hinter der schon gesichteten 601 318 mit den zwei Waggons, die vom IR 380 in Vadul Siret wendeten, ein UZ Kupe Kurswagen (Kiew -) Lwiw - Warna. An den restlichen Tagen des Jahres fuhr nur der vordere Teil des Zuges als RE 1385 Vadul Siret - Suceava.









Hinten sieben weißrussische Wagen.




Mission der Reise erfüllt - um 19:15 kehrte ich zur Station zurück, vor der die lokale Polizei einen klassischen Dacia geparkt hatte.




Alle Stationseinrichtungen waren auf Container verlegt worden, an einem solchen kaufte ich auch die Fahrkarte nach Suceava. Die Dame meinte, wir seien schon in Suceava, dann stellte ich klar: Suceava Nord - Suceava. Noch war bis 19:50 Zeit zur Abfahrt des R 5450 Suceava Nord - Bacău.




400 228 im neuen Edel-Einheitslack rollte heran, um den Job zu übernehmen.














Um 19:40 wurde IRN 1952 nach Mangalia, Planabfahrt 20:25, mit meinem Liegewagen von letzter Nacht bereitgestellt.









Wir rollten planmäßig aus - rückblickend hätte man schon die Türen schließen können.









Es blieb mehr als nur eine offen.




Perfekter Sonnenstand für ein paar letzte Abendbilder in Suceava.










4. 8. 2018

Nach einer längeren Nacht als üblich und Frühstück ging ich gemütlich vor acht Uhr zum Bahnhof, Transfertag war angesagt. Ich bestieg IR 1833 Iași - Timișoara Nord mit Abfahrt um 8:23, aussteigen würde ich erst fast neun Stunden später...

Hier ein paar per Handy eingefangene Ansichten unterwegs durch den bergigen Teil der Bukowina.





lg,
Roni

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