Autor Thema: Mit dem Schnellzug durch die Berge - 30: Klein Venedig (50 B.)  (Gelesen 85 mal)

Roni

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Hallo!



Zum vorherigen Teil der Serie:
Mit dem Schnellzug durch die Berge - 29: Mala Rijeka (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=4035.0


Das Video zu dem Teil:
https://youtu.be/vl9-sqjhcbU


Fahrplanaushang Podgorica = Gesamtfahrplan Montenegro 2009:
http://raildata.info/heck/zpcgrv2009.jpg



6. 7. 2009

Wir standen früh auf und bestiegen PT 6151 nach Bar mit Abfahrt von Podgorica um 5:23.




25 Minuten später wurden wir pünktlich an der Haltestelle Vranjina abgesetzt.
Bei dem Ingenieurstreffen, wo über eine moderne Haltestelle im schwül-heißen Montenegro entschieden wurde, und die Wahl auf ein Glashaus mit Glasdach fiel, wäre ich gerne dabei gewesen... ;-)




Es blieb eine Viertelstunde, um ein Platzerl für PT 6100 Bar - Bijelo Polje zu finden. Er kam auf die Minute genau um 6:06 - exakter im ersten Licht geht es wohl kaum.




Rottöne beim Treffen klassischer Verkehrsmittel auf Schiene, Straße und Skutarisee.




Wir befinden uns im verhältnismäßig kleinen nordwestlichen Abschnitt des größten Sees der Balkanhalbinsel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Skutarisee





Nicht nur ein Teich für Seerosen.




Natur im Bahnstrommasten.




Fischer waren dauernd unterwegs.




Die Bahn quert den See auf einem Damm zusammen mit der Straße von Virpazar herüber zur Insel Vranjina, welche von zwei Armen des Morača-Deltas gebildet wird.




412-041/42 näherte sich um 7:15 wieder als PT 6150 Bar - Podgorica. Der Regionalzugverkehr war in dem Abschnitt um vier Zugpaare dichter als am Berg.




Es wird die Festung Lesendro passiert, im 18. Jahrhundert zum Schutz der Fischerei und Handelsroute gegen Angriffe aus dem Osmanischen Reich errichtet und bis zum Bau des Bahndammes auf einer eigenen kleinen Insel gelegen.














"Damit es sauber sei" ;-)
Leider ein vergeblicher Appell, an die Menschen zumindest... trotz Status als Nationalpark wird sichtbar Müll entlang der Ufer des Sees deponiert.

Wir marschierten an der Hauptstraße zum Fischerort Vranjina. Der Name stammt vom serbischen Wort für Krähe - der Sage nach sollte das Kloster auf der anderen Seite der Insel nach dem ersten Vogel benannt werden, der in Sicht kam:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vranjina





Im überwachsenen, von Ziegen und Hühnern bevölkerten Hafen erwarteten wir zuerst B 435 "Lovćen" Belgrad - Bar. Er erschien kurz vor acht - wie am Vortag 40 Minuten verspätet, jedoch mit wesentlich höherem Prozentsatz Altlackwagen als die andere Garnitur, und das praktisch Graffiti-frei!




Très français!




Nicht alle französischen Vehikel erlebten hier einen dritten Frühling.




Die Ziegen zogen lieber weiter zur Golf-Fraktion.




Wir wanderten durch das Dorf bergauf...




... auf den Hügel. Heute "nur" eine Stunde verspätet kam B 437 "Panonija" Subotica - Bar diesmal in der korrekten Reihenfolge der Nachtzüge. Bei Bildern von dieser Stelle entfernte ich manchmal Stromleitungen.




Die gesamte Garnitur, erneut mit ex-SNCF Beteiligung und ČD-Kursschlafwagen Prag - Bar am Zugschluss vor den Autotransportern.









Es dreht sich nicht nur um Fische, auch Bienen werden gezüchtet.




Der Ort wird auch das "Venedig Montenegros" genannt. Der Wasserpegel des Sees variiert, im Frühling ist er einiges höher.




Um 10:05, fast pünktlich: PT 6101 Bijelo Polje - Bar.




Wieder die makellose Garnitur vom Vortag. Die grüne Fläche bis zu den Bergen im Hintergrund ist zugewachsener See.




Das Kloster Kom aus dem 15. Jahrhundert.




Ein Weg für Boote durch das Schilf.




Kreativ um 10:30 mit 1:40 Verspätung: der B 1343 "Auto-Voz" Belgrad - Bar. Es wurde wieder ein Salonwagen aus dem "Blauen Zug" mitgeführt. Das Gesamterscheinungsbild erwies sich bei dieser Garnitur jedoch Graffiti-technisch als nicht so erbaulich, also zeige ich nicht mehr Fotos. Die schöne Version gab es vor zwei Teilen als letztes Bild.




Die Stelle hatten wir für den ersten Zug seit Stunden aus Bar gewechselt. Diesmal nicht Stunden verspätet, sondern pünktlich um 10:44 erschien B 432 "Tara" Bar - Belgrad.
























Im Ort mit Graffiti-verdeckendem Busch der nur eine halbe Stunde verspätete B 1141 "Nišava" Niš - Bar.









Eine Viertelstunde verspätet kam um 11:39 PT 6153 Podgorica - Bar.




Wieder gelangte der Busch zum Einsatz.




Pünktlich passierte "InterCity" 1130 Bar - Belgrad das Restaurant "Klein Venedig".




Diesmal die pipifeine klimatisierte Garnitur.




Wir gönnten uns eine Erfrischung, da kam das in Ex-Jugoslawien obligatorische Arbeitsvehikel vorbei.









Pünktlich um 13:32 wurden wir an der Haltestelle von PT 6152 abgeholt.









Glasdach in Action.




Wir holten unser Gepäck vom Hotel "Evropa".




Der schnelle Wechsel klappte, und so erwischten wir PT 6155 um 14:35 Richtung Bar. In Podgorica standen zahlreiche Dieselloks herum, inklusive 661-142 (GM Nr. 26269 / Baujahr 1961), 644-007 (von den SŽ übernommen, Macosa Nr. 1440 / Baujahr 1973) und 744-006 (Ljudinowo / Baujahr 1977) - dieser sowjetischen Export-Baureihe TGM8 war ich auch schon im Zuckerrohrverkehr auf Kuba begegnet, siehe:

Kuba 2003 VI... Trinidad - Sancti Spíritus (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3556.0





Blick vom Beginn des Seedamms auf Vranjina Richtung Süden sowie Albanien.




An der Festung Lesendro vorbei, Blick nach Norden.




Beim letzten Gebirgszug Rumija, den die Bahnstrecke zu durchqueren hat, wird nicht lange gefackelt. Man erreicht südlich von Virpazar den sechs Kilometer langen Sozina-Tunnel - einst längster Jugoslawiens - und kommt im Badeort Sutomore wieder hervor:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozina-Tunnel_(Eisenbahn)




Mehr Meer gibt es nächstes Mal! :0)
lg,
Roni

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