Autor Thema: Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 60: Transilvania III (50 B.)  (Gelesen 5027 mal)

Roni

  • MstsForum.info
  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 983
Hallo!



Zum vorherigen Teil der Serie:
Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 59: Transilvania II (50 B.)
https://www.mstsforum.info/index.php?topic=4121.0




Das neue Video zu dem Teil:
https://youtu.be/rG9lgjwuqYE












Am Freitag Abend fuhren wir schon bis Budapest-Keleti, im Railjet Xpress 67 hatte ich Business Class ergattert. Nebenan ein nette Familie, die Mama erklärte ihren Kindern: "jetzt kommen wir nach Ungarn, da sind die Leute ärmer, deswegen ist es hier schircher". Da wollte man schon gerne ein bisschen einen Hals umdrehen. Aber naja, natürlich gibt es andere Gründe, Ungarn derzeit zu vermeiden. Schon auf Youtube wird einem die Anti-NATO-Propaganda als Werbung eingespielt. Außer ein paar liberaler Hochburgen wie Budapest oder Pécs wird Ungarn in nächster Zeit von mir definitiv hauptsächlich im Transit genützt.


29. 4. 2023

Das Intercity-Hotel war gut gelegen, wie man sieht.




IC/IR 367 "Hargita"/"Harghita" bereit zur Abfahrt nach Brașov.




Wir hatten die ganze Fahrt ein 1.-Klasse-Abteil für uns.



Einer der Tageszüge Europas mit der längsten Fahrzeit, alles ging glatt:
https://www.vagonweb.cz/razeni/vlak.php?zeme=START&kategorie=IC&cislo=367&nazev=&rok=2023

Die Strecke Püspökladány - Biharkeresztes lag schon komplett unter Fahrdraht, die Bahnhöfe sind erneuert. Ab Biharkeresztes merkte man allerdings noch kein Anzeichen einer Modernisierung. Nur bei Transferoviar Călători gab es einen Baustellenfahrplan, sonst schien alles normal zu laufen auf der Strecke Oradea - Cluj. Das sollte sich wohl ändern in den nächsten Jahren, die Pläne zur Erneuerung gibt es schon länger.




Fast pünktlich angekommen um 14:35 in Bratca (sprich "Bratka") im Kreischgebiet - 15 km westlich von Ciucea und Poieni, welche wir im Bericht zuvor besucht hatten.




Hier herrschten allgemein noch tiefere Temperaturen und früherer Frühling.




Der hintere ABmz wird ab Cluj als Kurswagen nach Târgu Mureș per IR 1748 geführt.









Waghalsiges Fensterputzmanöver.




Bratca war nicht unser Ziel, also musste der gut genutzte RE 3009 Cluj - Oradea für eine kurze Fahrt zurück herhalten.




Nach acht Minuten angekommen am eigentlichen Ziel, Șuncuiuș (sprich: "Schunkujusch"). Wir kreuzten InterRegional Călători R 10656.1 Oradea - Cluj.




Man möge das Fahrzeug bewundern, denn es ist das einzige an dem Wochenende in IRC-Lack schön hergerichtet gesichtete. Wie die anderen ausschauen, wird man noch sehen...




Wir gingen nicht weit zu unserer Pension "Tarina", wo wir von unseren Gastgebern - pensionierten Lehrern - empfangen wurden. Das Zimmer lag in einem extra Holzhäuschen - nicht der Luxus, aber freundlich.




Ein Hof in der Nähe des Quartiers. Es dürften viele Leute in der Gegend Sommerhäuschen eingerichtet haben, man sieht gleich einige Touristen bei diversen Outdoor-Aktivitäten.




Flusspanorama an der hier eher langsamen Schnellen Kreisch (Crișul Repede / Sebes-Körös) mit dem Gegenzug IR 366 "Harghita" Brașov - Budapest beim Bahnhof. Er fuhr wie fast alles auf der Strecke praktisch auf die Minute pünktlich. Zwei Stromkabel entfernt.




Wir gingen an einer massiven verlassenen Fabrik vorbei ins Tal Richtung Cluj. R 3645 Piatra Craiului - Oradea und mein erstes rumänisches Streckenbild seit fast vier Jahren... rechts als Panorama die Flussschleife des Crișul Repede.




Ein guter alter Bekannter: Langstrecken-IR 1833 Iași - Timișoara Nord schaffte den Spotlight-Krimi.




Das Rollmaterial hat sich schon verändert seit dem letzten Bericht.









Natürlich kommt mal länger nichts, dann drei Züge innerhalb weniger Minuten - da kann man kaum Position wechseln. R 3078 Oradea - Cluj komplettierte das Trio, man möge sich nicht von den Frontlichtern hinten in die Irre führen lassen.




Nur kurz darauf, wieder etwas Bekanntes: IRN 1972 aus Oradea - diesmal nur in der Off-Season-Version nach Constanța.









Mit einem mageren Liegewagen im Schlepptau.




Weiter im Tal findet man den "Şuncuiuș-Strand", nach der Pension daneben kürzlich umbenannt in "Promenada Gradia" mit Blick auf imposante Felswände an der Flussschleife. Auch viele Höhlen sind sich in der Gegend verstreut.




Wir nahmen im Restaurant Gradia Platz und bestellten Abendessen.




Ich schaute um sieben kurz zum Tunnel für R 3075 Cluj - Oradea.




Rechts hinten ist das Restaurant, wo ich eine hervorragende Forelle in Polenta-Panier verspeist hatte.




Ein pipifeiner Desiro - sowas gibt's!









Ein motorisierter Gleitschirm - und auch im ehemaligen Bahnwärterhäuschen wurde das Gulasch zum Abendessen aufgewärmt.




Der nächste Desastro, RE 3011 Cluj - Oradea um halb acht.









Da näherte sich schon das, woran man sich die nächsten Tage gewöhnen musste: IRC R 10658.1 Oradea - Cluj als noch nicht aufgearbeiteter 628 548.




Der Triebwagen war bis 2019 auf der Bodenseegürtelbahn im Einsatz gewesen, siehe:

Mit dem Schnellzug durch die Hecke - 19: Voralpen-Express II (50 B.)
https://www.mstsforum.info/index.php?topic=3980.0





"Die letzten Fahrten" - nein, aber ein frischer Lack wäre ganz gut...









Marsch an der Fabrik vorbei zurück in den Ort, der Rauch stammte nur von einem brennenden Haufen Gras.




Der typische Beton-Bahnsteig der Station Şuncuiuș.




Um 20:12 näherte sich IRC R 10659.1 Cluj - Oradea. Das geniale Gleisbaugespann werden wir bei Sonne noch näher begutachten.




Die einfachste Methode des Second-Hand-Triebwagens: Einfach DB-Keks durchgestrichen, und läuft schon.




"Şuncuiuș" schön stilisiert - in Übereinstimmung mit unseren gelehrten Gastgebern stammt der Name wohl tatsächlich vom Schinken ab.




Nicht ganz barrierefrei in den Ort. Das Ausfahrtssignal Richtung Osten stand...




... für den durchrauschenden IRN 1742 Satu Mare - București Nord.




Zusammentreffen stilvoller ex-DB Vehikel.




Nun verabschiedete sich die "Chiemgauer Lokalbahn"...




... Richtung Crișul Repede-Schlucht, welche wir im nächsten Teil erkunden werden.




Ironischerweise machte das Gleisbauvehikel Stimmung für Autobahnen in Rumänien.




Pünktlich um 20:42 wurde unser Starzug IR 143 "Transilvania" Wien - Cluj vom Vorstand erwartet.




Dieser Schnellzug blieb hier stehen, manch andere nicht. In Bratca hielten dafür alle. Einer genauen Logik konnte ich bei diesem Muster nicht folgen.




Mit viel Hupen (siehe Video) verabschiedete sich der "Transilvania" in die Nacht. Es wurde nun frisch, ich war froh ins Häuschen einkehren zu können.




Mehr aus der Schlucht nächstes Mal! :-)