Autor Thema: ScanRail Tour 2004 - 6: Nach Narvik zur Mitternachtssonne (50 B.)  (Gelesen 1500 mal)

Roni

  • MstsForum.info
  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 792
Hallo!


Zum vorherigen Teil der Serie:
ScanRail Tour 2004 - 5: Jamtli - Nördliche Inlandsbahn (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3643.0


ScanRail-Karte mit dem bisherigen und aktuellen Reiseverlauf:
http://raildata.info/sca04/sca0406k.jpg



10. 7. 2004

Nach einer Nacht in Gällivare - das Hotel war offensichtlich vor allem auf Langlaufsportler eingestellt, im Frühstücksraum konnten Fotos und Trophäen bewundert werden - fanden wir uns um halb zehn wieder am Bahnhof ein.  Genau in dem Moment kam auch schon der erste volle Erzzug von Kiruna Richtung Lulea eingefahren, passend für den Tag gezogen von IORE 105 "Narvik" und 106 "Kiruna".
Mehr über die Erzbahn und die IORE-Loks erfährt man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Lule%C3%A5%E2%80%93Narvik  http://de.wikipedia.org/wiki/MTAB_IORE




Der lokale Verschub wurde von Green Cargo Z70 724 abgewickelt, Elektropower mit Ue 290 (ASEA / 1935) stand leider schon am Abstellgleis. Diese Lok wurde 2007 ebendort verschrottet.




Blick entlang der monströsen Wagenschlange.




Darum geht es - Eisenerzpellets - man findet sie überall an der Strecke verstreut.




Connex-Zug 94 hatte Stockholm um 17:27 am Vortag verlassen und traf nun pünktlich um 9:59 in Gällivare ein. Wir nahmen in einem von der Nachtfahrt etwas muffigen Sitzwagen Platz, natürlich hatten es sich einige Leute gemütlich eingerichtet.




Nach einer Stunde war Kiruna C erreicht.




Danach passiert man sogleich die Gleise zum Erzberg Kirunavaara, dem größten Eisenerzbergbau weltweit: http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenerzgrube_Kiruna
Die Fotos aus dem Zug nahm ich mit der Kompaktkamera auf.




Anschließend konnte ich am Lokschuppen die ersten Dm3 der Reise sichten, auch in braun.




Blick zurück auf den Erzberg über den See Luossajärvi.




Endlich haben wir den "Mischwald-Seen-Koller" überwunden, es geht in immer schönere nordische Berg- und Tundra-Landschaften. Der Touristenort Abisko wird passiert, man fährt lange entlang des Sees Torneträsk - genau mit diesem in Hintergrund konnte ich zufällig auch die gleichnamige IORE 108 ablichten, zusammen mit 107 "Svappavaara", als wir einen Erzzug nach Narvik überholten.




Bald darauf begegneten wir dem einzigen Personen-Gegenzug 95 Narvik - Lulea.




Mit Riksgränsen war die letzte schwedische Station der Rundreise erreicht.




Sie liegt teils unter einem Schneeschutz - und wartete mit einer Überraschung auf: Es waren Kreuzfahrtteilnehmer einfach ausgesetzt und zum Zug geschickt worden, dies resultierte in einer U-Bahn-Fahrt zur Stoßzeit in der nordischen Einöde. Begeistert war wohl niemand, aber naja, zumindest dauerte es nur noch 45 Minuten bis Narvik.




Wir erreichten Norwegen und die Station Björnfjell. Bald danach hat man diesen Ausblick auf eine alte Bahnbrücke, hier wurde der Streckenverlauf erneuert. Falls ihr euch mehr Bilder von der Erzbahn, hier Ofotbahn, erwartet: keine Angst, am nächsten Tag werden wir hierher zurückkehren! :-)




Bei der Einfahrt in den Endbahnhof erwartete uns Dm3 1211-1236-1212 "Konsuln".




In diesem Großraumwagen hatten einige Leute 20 Stunden verbracht, wir nur vier.




Unser Hotel lag am Hügel über dem Bahnhof, bei der Seilbahn-Talstation. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, spazierten wir zum nahen Wasserfall über der Stadt. Rechts von der Mitte ist der Personenbahnhof zu sehen, links der Erzbahnhof und Erzhafen. Narvik liegt am Ofotfjord zwischen zwei Buchten, links der Beisfjord, rechts der Rombaksfjord, an dem die Erzbahn bergauf führt.
Ich habe in der Station eine Karte der Ofotbahn abfotografiert und hier zusammengebastelt: http://www.raildata.info/sca04/ofotbahnk.jpg




Teleblick in den Erzbahnhof, wo eine IORE soeben gereinigt wurde. Norwegische El15 waren bis Ende 2003 im Einsatz gewesen, nun standen sie hier abgestellt und wurden Ende des Jahres an Hector Rail weiterverkauft. Dahinter kann man noch ein paar Di3 NOHABs und abgestellte Wagen erkennen.




Im Bahnhof standen der Nachtzug nach Stockholm und ein Sonderzug mit oranger Rc bereit zur Abfahrt.




Leider war alles bereits weg, als ich unten eintraf. Die Lok Nr. 5 "Bifrost" war 1882 für die Höör-Hörby Eisenbahn gebaut wurden und 1901 nach Narvik gekommen. Ein Ofotbanen Bm68 Triebwagen konnte ebenfalls abgelichtet werden.




Wir sahen uns nun nach den nicht sehr üppigen Versorgungsmöglichkeiten in der eher menschenleeren Stadt um und gelangten in das Einkaufszentrum, wo wir nach einem Supermarktbesuch anschließend eine Pizzeria einer noch öfter auf der Reise angetroffenen Kette ansteuerten. Nach dem Essen nahm uns eine Kellnerin beiseite, die wohl merkte, dass wir neu in Norwegen eingetroffen waren, und meinte zu uns: "Wissen Sie schon, dass es in Norwegen billigere Möglichkeiten für Lokale gibt?" ... so etwas habe ich weder vorher noch nachher jemals in einem Lokal erlebt ;-D

1219-1239-1220 "Dennewitz" verließ den Erzbahnhof.




Eine IORE wartete mit einem weiteren Leerzug, es verschob MTAS Diesellok Nr. 5, eine ex-SJ T44.




Noch ein alter Schwede war anzutreffen.




Welcome to Norway.




Der Connex-Personenzug für den nächsten Tag stand an der Kurve zum Bahnhof abgestellt, das Wetter verhieß für den Abend Gutes.




Gleich neben dem Bahnhof befindet sich ein Friedhof, darauf war natürlich auch ein "Lokförer" zur letzten Ruhe gebettet.




"Svappavaara" und "Torneträsk" hatten den Umlauf komplettiert und kehrten mit Leerzug nach Kiruna zurück.




Ofotbahn und Ofotfjord.




Leider kam nichts aus dieser Richtung, also musste "Bifrost" als Fotomotiv herhalten, im Hintergrund der Wasserfall von vorhin.




Und um kurz vor 11 Uhr Abends sah es an Nordnorwegens beliebtestem Schigebiet so aus:




Also hinauf auf den Fagernesfjellet!




Blick nach Süden Richtung Beisfjord, noch einmal die Karte zur Orientierung: http://www.raildata.info/sca04/ofotbahnk.jpg
Über die Brücke führt die Hauptstraße E6, am Ufer kann man auch den Nicht-Erz CargoNet Containerzugterminal erkennen, Endpunkt des Arctic Rail Express.




Im Vordergrund der Erzhafen, im Hintergrund zieht sich der Ofotfjord 78 km nach Südwesten zum Golfstrom - genau deshalb entstand hier Narvik als Endpunkt der Bahn und ganzjährig eisfreier Hafen.




Faszinierende Bergstrukturen.




Seilbahnfahren in der Nacht.




Blick nach Nordosten, ans Ende des Ofotfjords. Rechts geht die Bucht Romsbaken in die Berge, der die Bahn folgt.




Ein genauerer Blick auf die Erzverladeanlage.




Eine Dm3 - allzeit bereit.




Blick Richtung Lofoten.
























Lokalterrasse über dem Erzhafen.





























Sonnenblick um 0 Uhr - danach verschwand sie hinter den Bergen, und wir fuhren hinunter ins Hotel. Mitternacht ist im Sommer natürlich um eins, aber wir mussten auch einmal schlafen... ;-)


Nächstes Mal gibt es einen Ausflug an die Ofotbahn! :-)
lg,
Roni

Up-to-date auf Twitter: https://twitter.com/raildata_info @raildata_info

http://raildata.info

messermoser

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 671
  • Tauchen macht bloed und gleichgueltig. Mir is egal
    • Oebb-Lokschuppen
Re: ScanRail Tour 2004 - 6: Nach Narvik zur Mitternachtssonne (50 B.)
« Antwort #1 am: 05. September 2014, 15:52:28 »
Wahnsinn des war kurz bevor i in Oesterreich war. is scho wieder 10 Jahre her

Danke fuer die tollen Bilder
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle