Autor Thema: Winter in Rumänien 2015 - 4: Holzfäller am Lagerfeuer (50 B.)  (Gelesen 1356 mal)

Roni

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Hallo!



Zum vorherigen Teil der Serie:
Winter in Rumänien 2015 - 3: Volldampf ins Wassertal (50 B.)
http://www.mstsforum.info/index.php?topic=3699.0


Zum Video:
https://www.youtube.com/watch?v=7RcNqeNYQUo



Ressourcen zur Wassertalbahn:

Die offizielle Seite der Bahn mit Informationen zu Fahrzeugen etc., inklusive Hotelzug
http://www.cffviseu.ro/content/de

Die Karte der Bahn, zum Vergrößern bitte klicken
http://www.cffviseu.ro/content/de/strecke

Weitere Informationen zur Bahn und Geschichte
http://de.wikipedia.org/wiki/Wassertalbahn



15. 2. 2015

Wir kehren zurück nach Suligu, wo 764-435 in der letzten Nachmittagssonne Wasser nahm. Von der Szene gibt es übrigens auch Bilder mit mir, wie ich über den Bach springe... ;-)




Anschließend folgte noch eine Fotoanfahrt im durch den Dampf dunstigen Tal.




Volldampf über die Brücke.




Nur in Faina kamen wir an einem kleinen Flecken Sonne vorbei, sonst blieb das Tal im Schatten. Einen Fotohalt legten wir an dieser vom Erdrutsch bedrohten Stelle vor einem Knusperhäuschen ein.




Gegen fünf Uhr erreichten wir das aktuelle Ende der Strecke in Coman. Hier befindet sich ein Posten der rumänischen Grenzpolizei, auf dem über 1500 m hohen Bergkamm im Hintergrund liegt die ukrainische Grenze.




Beim Umsetzen musste der Weichenbereich gereinigt werden.




In größerer Höhe und im meist schattigen Tal herrschten noch tiefwinterliche Verhältnisse.




Anschließend rollten wir hinab nach Valea Babii, zu unserer Unterkunft für die Nacht. Sie bestand aus für Schüler gedachten Mehrbettzimmern, ich durfte als Jüngster im Stockbett oben schlafen. Strom für Licht gab es nur aus dem Dieselgenerator, welcher am Abend abgeschaltet wurde. Eine Herausforderung war nur das Bedürfnis, welches lediglich in einem Häusel (Marke: Loch im Boden) außerhalb erleichtert werden konnte. Angesichts der Minusgrade hieß es da: schneller greifen - und wenn möglich ein Kopflampe für die absolute Finsternis mitnehmen. Ansonsten war jedes Zimmer mit einem Holzofen ausgerüstet, in dem wir sogleich intensiv nachlegten. Bald darauf wurde das Gulasch im Gemeinschaftsraum aufgetischt, welches wir aus dem Tal herauftransportiert hatten, sowie Polenta, den ich aufgrund des inkludierten Käses abschlagen musste - was natürlich bei der lokalen Gastgeberin gar nicht gut ankam. Immer wieder wurde versucht, mir etwas unterzujubeln, aber immerhin nahm ich etwas vom Hochprozentigen an.

Später wurde das Spektakel einer jeden Wassertaltour - das Lagerfeuer - entfacht.




Jetzt konnte ich einmal testen, was in der 5D bei ISO 25600 steckte, alle Bilder sind freihand gemacht.




Das Feuer brannte zwar lichterloh und spürbar heiß, dennoch war es nicht mit der Stärke von Kunstlicht vergleichbar.




Die Einheimischen und Lokmannschaft hatten sich ebenfalls versammelt.



























16. 2. 2015

Während der Nacht legten wir ständig nach, zudem blieb der iPod im Ohr, um die Geräusche der beiden Senior-Mitbewohner abzudämpfen. Am Morgen scherzten wir, dass wir die Nacht im Sägewerk verbracht hatten. Das Scherzen verging uns jedoch bald, denn jemand kam plötzlich drauf, dass die Geldbörse mit sämtlichen Ausweisen nicht mehr da war... trotz vereinten Sucheinsatzes war sie nicht mehr zu finden und sollte trotz Finderlohns bis zum Ende der Woche nicht mehr auftauchen. Vermutlich liegt sie heute noch irgendwo im Wald an der Grenze zur Ukraine...

Aufgewacht in... Wales? Was machte denn die Fairlie-Lok vor unserem Zimmer?




Die "baza didactica" Valea Babii eines Gymnasiums aus dem Ort Viseu mit sehr schrägen Fresken - als Sohn kunstinteressierter Eltern habe ich schon tausende besuchen müssen, so etwas sah ich bis jetzt selten. Hierher werden wohl nur die ganz schlimmen Kinder verfrachtet.




Nächster Höhepunkt einer jeden Wassertaltour: Holzfällen...




... mit Pferden!




Wir gingen auf der Strecke kurz bergan, an der Holzverladerampe wurde aus dem verdeckenden Buschwerk mit der Motorsäge schnell der Garaus gemacht - da kann jeder Fuzzi mit Laubsäge gleich einpacken! Anschließend wurde in der Nähe ein passender Baum ausgesucht, die Szene erinnerte mich etwas an ein Bruegel-Gemälde.




Das Baumfällen ging schnell und präzise von statten, am besten kann man es im Video verfolgen, siehe Link oben, ab Minute 21:03.




Das neue Sicherungssystem ASÜ - aktive Schäferhundüberwachung. Am besten geeignet, wenn man an jeder Kurve einen Bären erwarten darf.




Anschließend wurde der Baumstamm an der Deichsel befestigt und Richtung Holzverladerampe gezogen.




Ganz wollten die Tierchen nicht immer wie erwünscht, aber das haben sie wohl so an sich. Stets, wenn ich Pferde auf der Reise im Einsatz erlebte, nahmen sie dann und wann Reißaus. Hier entgingen wir nur knapp einem verfrühten Ende durch Holzstamm-Rammbock.




Die Lok hatte einen nun "entfalteten" Drehschemelwagen - die beiden separaten Teile werden durch ein Seil zusammengehalten, was zwar Zug, aber keinen Schub erlaubt - in Position rangiert. Als Rampe dienten diese maßgeschneiderten Baumstämme.




Es wurden größere und kleinere schon hergerichtete Stämme verladen. Manchmal ging dies nicht ohne Schwierigkeiten.




Definitiv kein ungefährlicher Job.




Nachdem die erste Schicht verladen war, wurden die Rampen-Stämme auf die bestehenden verlegt.




Ein schwerer Brocken.




Banzai!




Ach, das ist ja nur ganz a Klaner.




Anschließend wurde unser frisch gefällter Baum mit der Axt vermessen, ein Teil auf den Wagen verladen, der andere wieder an den Pferden festgemacht.




Geschafft!









764-435 transportierte den Wagen an den Arbeitern vorbei, allerdings nahmen wir ihn nicht mit ins Tal, wir würden später erst eine ordentliche Ladung bekommen.




Nach getaner Arbeit wurde die Deichsel hinter dem Schuppen versorgt.




In Miraj (zufällig auch der Name eines Bahnknotenpunktes in Indien) warteten wir die erste Kreuzung mit einem bergfahrenden Produktionszug ab. 87-0032 zog am Montagmorgen eine Schlange an Personenwagen für die Arbeiter, einen Bagger, sowie Tankwagen und einen Heuwagen für die Pferde.




In Faina legten wir eine Pause ein, hier der Blick von einer Brücke über den Fluss Vaser.




Über dem Bahnhof steht eine kleine um 1900 errichtete Kapelle, welche Kaiserin Sisi gewidmet worden war.




Abwarten der nächsten Produktionszugkreuzung am Führerstand der Dampflok




Blick nach vorne, mit der grünen 87-0033 und einer langen Reihe leerer Drehschemelwagen - daneben beladene, aber auch die nahmen wir noch nicht auf.




Im Touristen-Terminal Paltin waren wir aus dem Hochnebel heraußen und warteten die nächsten Kreuzungen ab.




Als besonderes Schmankerl kreuzten wir nun den Dampfzug einer anderen Fotografengruppe. Im Vordergrund die verschneiten Bänke für die Saisonfahrgäste der Bahn, dazu gibt es im Sommer Catering vor Ort. Hier wenden die Dampfzüge aus Viseu regulär, mit einem 1 1/2 - 2-stündigen Aufenthalt. Im September waren an einem Tag sage und schreibe 1000 Leute hier gewesen, von fünf Zügen befördert!




Uns entgegen kam 764-408R "Cozia-1" (Reghin 605/1985), bald sprangen die "Fotografen" heraus und uns entgegen. Es handelte sich um jene Type, bei denen eine/r ein Blümchen fotografiert, woraufhin sich die anderen gleich herumscharen und bewundern, dass das Bild scharf geworden ist. Natürlich besitzen solche Menschen auch stets die neueste, teuerste Ausrüstung, ist ja absolut nötig...
Ach ja - "gerade" ist, wie man sieht, im Wassertal relativ.




Dankenswerterweise setzte sich der Gegenzug bald wieder in Bewegung.




Doch bevor wir weiterfahren konnten, kam noch eine weitere Fuhre bergwärts, gezogen von der Stangendiesellok "Ecaterina".




Die Arbeiter waren wohl für die Woche mit Sack und Pack sowie einer Ladung Schienen unterwegs.




In Novicior rangierte die britische Ford Transit-Draisine, die leeren Drehschemelwagen wurden jedoch von einem TAF auf das private Holzverladegleis gezogen.




Im Bahnhof Cozia ließen wir den ersten talfahrenden Produktionszug mit 87-0033 passieren. Diese hatten meistens eine Riesenladung zu befördern, über 20 beladenen Wagen, relativ unmöglich alles auf ein Bild zu bannen.




Nur zwei Minuten darauf fuhr unser nun ebenfalls eine ordentliche Ladung ziehender Dampfzug aus, der Lokführergeselle musste vorsprinten, da die Weiche noch nicht gestellt worden war.



Im nächsten Teil erleben wir die restliche Fahrt mit beladenen Waggons bis Viseu und die nächste Bergfahrt - diesmal gezogen von "Cozia-1"! :-)
lg,
Roni

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Re: Winter in Rumänien 2015 - 4: Holzfäller am Lagerfeuer (50 B.)
« Antwort #1 am: 17. März 2015, 16:10:51 »
Danke fuer die super Bilder
Schoenen Gruss aus Bali
Peterle